Studie: Französische Europaabgeordnete vertreten Europa schlecht [DE]
Laut einer neuen Studie des CSA, denken 50% der französischen Bürger, dass ihre Europaabgeordneten insgesamt gute Arbeit leisten. 43% der Bürger gaben allerdings an, nicht zu glauben, dass ihre Repräsentanten in Brüssel und Straßburg ihren Pflichten angemessen nachgingen. EURACTIV Frankreich berichtet.
Laut einer neuen Studie des CSA, denken 50% der französischen Bürger, dass ihre Europaabgeordneten insgesamt gute Arbeit leisten. 43% der Bürger gaben allerdings an, nicht zu glauben, dass ihre Repräsentanten in Brüssel und Straßburg ihren Pflichten angemessen nachgingen. EURACTIV Frankreich berichtet.
Die Franzosen bräuchten einen Abgeordneten, der die französische Fraktion im Europaparlament bei ihnen repräsentiert, sagte Stéphane Rozès, Vorsitzender der CSA, ein Sozialforschungsinstitut, im Bezug auf die Ergebnisse der Studie.
Rozès sprach am 3. März 2009 auf einer von der Bürgerinitiative Europanova und EURACTIV Frankreich organisierten Konferenz mit dem Namen „L’Europe d’après“, über die Zukunft Europas.
Laut den Befragten, seien die wichtigsten Pflichten eines EU-Abgeordneten der direkte Kontakt mit den Bürgern in seinem Wahlbezirk (53%), die regelmäßige Anwesenheit in den Plenarsitzungen in Straßburg (44%) und Erfahrung mit lokaler, regionaler und europäischer Politik (21%).
Menschen die schlecht über die EU informiert sind oder eine negative Grundeinstellung dazu haben, äußerten sich in der Befragung am kritischsten. Dies umfasste Menschen mit sozial schwachem Hintergrund (58%), Sympathisanten der extremen Linken (62%), oder Menschen die im Referendum zur EU-Verfassung im Jahr 2005 mit „Nein“ stimmten.
Stéphane Rozès sagte, dass die Ergebnisse keine differenzierten Urteile der Befragten darstellten, sondern eher auf der grundsätzlichen Wahrnehmung der Europäischen Union durch die Bürger, beruhten.
Laut Rozès, identifiziere die Studie einen Mangel an persönlicher Darstellung durch die Europaabgeordneten.
An einer Stelle der Studie wurden die Bürger dazu aufgefordert, drei entscheidende Qualitäten zu nennen die der Präsident der Europäischen Kommission haben sollte. Laut den Befragten sind diese:
- Eine Fähigkeit, die Interessen Europas in der Welt zu vertreten (43%)
- Ein solides Wissen über die Europäischen Institutionen und ihre Probleme/Europäische Angelegenheiten (41%), und
- Die Fähigkeit, gemeinsame europäische Interesses zu verteidigen (39%)
Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass es den Franzosen wichtiger ist, dass ein Kommissionspräsident Prioritäten setzen kann, als dass er Erfahrung auf europäischer (18%) oder nationaler Ebene (12%) hat. Menschen unter 30 Jahren betrachten die Verteidigung von gemeinsamen europäischen Interessen als Priorität (42%) und Franzosen über 50 denken, dass das Wissen über die EU Institutionen und europäische Fragen am wichtigsten sei (46%).
Die Befragung wurde telefonisch am 25. und 26. Februar 2009 durchgeführt. Die repräsentative Stichprobe von 962 Menschen im Alter von 18 Jahren und darüber, wurde mit dem Quotierungsverfahren (Geschlecht, Alter und Beruf) zusammengestellt und war über verschiedene Regionen und Städte gestreut.