Strompreise in Spanien erreichen historischen Höchststand
Der durchschnittliche Strompreis auf dem spanischen Großhandelsmarkt hat im August mit 307,80 Euro pro Megawattstunde (MWh) einen neuen historischen Höchststand erreicht.
Der durchschnittliche Strompreis auf dem spanischen Großhandelsmarkt hat im August mit 307,80 Euro pro Megawattstunde (MWh) einen neuen historischen Höchststand erreicht.
Damit ist er im Vergleich zum Juli um 19,3 Prozent gestiegen, wie neue Daten des iberischen Strommarktbetreibers (OMIE) zeigen.
Nach Angaben der OMIE lag der durchschnittliche Strompreis in diesem Monat zum ersten Mal über 300 Euro pro MWh. Zuvor war der höchste Strompreis in Spanien im März dieses Jahres mit einem Durchschnittspreis von 283,3 Euro pro MWh verzeichnet worden.
Als Reaktion auf die Rekordzahlen forderte der Verbraucherverband FACUA die Regierung am Mittwoch (31. August) auf, private Haushalte zu schützen, indem sie alle – mit Ausnahme von solchen mit hohem Einkommen – zu „gefährdeten Verbraucher:innen“ erklären solle.
Diese könnten dann eine besondere Sozialprämie erhalten, die ihnen hohe Rabatte auf ihre Stromrechnungen ermöglichen würde.
Die durchschnittliche Stromrechnung lag im August bei 158,26 Euro – der teuerste August in der Geschichte, wie die Daten der FACUA zeigen. Der Monat endete demnach mit einem Anstieg von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Spanien hat den dritten Monat in Folge Preiserhöhungen zu verzeichnen: Im Juni lag der durchschnittliche Strompreis bei 218,83 Euro und im Mai, dem letzten Monat, in dem der Strompreis im Lande sank, bei 87,11 Euro. Der Mai bleibt der günstigste Monat für Strom im Jahr 2022.
Die Verbraucher:innen sind trotz der Umsetzung der sogenannten „iberischen Ausnahme“, mit der das Gas vom Großhandelsmarkt abgekoppelt wurde, um den sogenannten „Poolpreis“ zu senken, mit explodierenden Energiekosten konfrontiert – und da, obwohl die Gasunternehmen für den Verkauf ihres Rohstoffs zu niedrigeren Preisen staatlich entschädigt wurden.
Die Umsetzung der im März von der EU genehmigten Gaspreisobergrenze für Spanien und Portugal wird im Prinzip zwölf Monate dauern. Sie begann im Juni in Spanien mit einem durchschnittlichen Gaspreis von 40 Euro pro MWh und soll sich während des gesamten Zeitraums bei durchschnittlich 50 Euro pro MWh stabilisieren.
Mit der „iberischen Ausnahme“ ebnete der Europäische Rat den beiden Ländern den Weg für Sondermaßnahmen, um die Auswirkungen extrem schwankender Gaspreise auf die Stromrechnungen zu vermeiden.
Madrid und Lissabon erhielten die Ausnahmeregelung, weil beide Länder ein hohes Maß an erneuerbarer Energieerzeugung aufweisen, aber unter einem „sehr geringen“ Grad an Energieverbindungen mit dem Rest der EU leiden.
Spanien hat kürzlich vorgeschlagen, seinen Gasmarkt über Frankreich zu verbinden, doch auch über Italien könnte es verbunden werden.