Statistik: Österreich lebt von der Zuwanderung

Österreich wächst und wird immer "bunter". Das liegt vor allem an der Zuwanderung aus Osteuropa und der ganzen Welt. Mit ausländerfeindlicher Politik kann solch ein Staat nicht geführt werden.

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Österreich würde ohne Zuwanderer schrumpfen.
Österreich würde ohne Zuwanderer schrumpfen. [<a href="https://www.flickr.com/photos/zanthia/14097539385" target="_blank" rel="noopener">© Chris Zielecki (CC BY-NC-SA 2.0)</a>]

Österreich wächst und wird immer „bunter“. Das liegt vor allem an der Zuwanderung aus Osteuropa und der ganzen Welt. Mit ausländerfeindlicher Politik kann solch ein Staat nicht geführt werden.

Vor 50 Jahren zählte Österreich knapp über sieben Millionen Einwohner. Am 1. Januar 2014, so die nun bekannt gewordenen Zahlen, lebten insgesamt gut 8,5 Millionen Menschen in dem Land.

Ausschlaggebend für das starke Bevölkerungswachstum war, wie bereits in den vorangegangenen Jahren, die Zuwanderung aus dem Ausland. Und hier ist es Osteuropa, vor allem der Balkan, aus dem viele Menschen sich in der Alpenrepublik ansiedeln. Ohne Zuwanderer würde das Land wohl eine stagnierende Bevölkerungsentwicklung aufweisen. Denn die Geburtenbilanz fiel negativ aus. So starben etwa im Vorjahr 196 Personen mehr als geboren wurden.

Landflucht hält an

Gleichzeitig aber steigt auch die Lebenserwartung. 1.307 Frauen und Männer sind bereits über 100 Jahre alt. Der Trend weist weiter nach oben. Bis 2040 schätzen die Experten, dass Österreichs Bevölkerung auf 9,5 Millionen anwachsen wird.

Wie es derzeit aussieht, wird auch die sogenannte Landflucht anhalten. Den stärksten Zuwachs verzeichnen die städtischen Regionen, das gilt insbesonders für Wien, Linz und Innsbruck, die offenbar besonders große Anziehungskraft ausüben.

Während man sich in den Zuwanderungsgebieten insbesondere mit der Schaffung von Wohnraummöglichkeiten und der Lösung der wachsenden Verkehrsprobleme auseinandersetzt, versuchen die Abwanderungsregionen Programme zu entwickeln, die ihre Regionen vor allem für die jüngere Generation wieder interessant machen, aber auch neue Chancen für die erwerbstätige Bevölkerung eröffnen.

Wien ist eine „bunte“ Metropole

Nicht nur Österreich, auch die Bundeshauptstadt Wien ist gewachsen, und zwar so schnell wie noch nie in der zweiten Republik. Die Trendumkehr geschah vor etwa 25 Jahren, als der Eiserne Vorhang fiel und sich Bevölkerungströme aus Osteuropa auf den Weg in den so ersehnten Westen machten.

Zählte Mitte der 80er Jahre Wien nur noch knapp über 1,5 Millionen Einwohner, so glaubt man im Jahr 2029 wieder – wie zur Zeit der Monarchie – zwei Millionen Einwohner vermelden zu können.

Begründet liegt das Wachstum zum Teil im Zuzug aus den ländlichen Regioben, ganz besonders auch aus dem europäischen Ausland. Und im Gegensatz zum Bundestrend wird in der Stadt an der blauen Donau auch ein leichtes Geburtenplus verzeichnet.

Auch Deutsche ganz oben bei Einwanderern

Die Konsequenz des Einwohnerzuwachses: Wien ist aktuell die siebtgrößte Stadt der Europäischen Union und hat Hamburg, Warschau und Budapest überholt. Vor Wien liegen nur Metropolen wie etwa London, Berlin oder Paris. Die Stadt sei damit nicht nur „wieder Metropole im Zentrum Europas“, sondern auch eine Stadt in der Unternehmen investieren, „High Potentials“ leben und junge Menschen studieren wollen, jubeln die Statistiker.

Auch die Politik ist gefordert, sich dieser Situation zu stellen. Mit Anti-Ausländerparolen, wie dies Rechtspopulisten bevorzugt tun, kann auf Dauer kein Staat geführt werden. Österreich generell, aber Wien besonders sind nämlich sehr bunt geworden.

Beim Zuzug allerdings gibt es keine stark dominierende Gruppe. Interessant sind beim Länderranking die „Top 5“ – nämlich Rumänien, Ungarn, Polen, Bulgarien und Deutschland.