Stahlindustrie drängt auf EU-Quoten für grünen Stahl im Automobilsektor
Europas Stahlindustrie steht unter Druck und fordert von Brüssel, Autohersteller zu verpflichten, in der EU verkaufte Fahrzeuge mit grünem Stahl zu produzieren. Rückhalt kommt von der französischen Wasserstoffindustrie und Thyssenkrupp.
Europas Stahlindustrie steht unter Druck und fordert von Brüssel, Autohersteller zu verpflichten, in der EU verkaufte Fahrzeuge mit grünem Stahl zu produzieren. Rückhalt kommt von der französischen Wasserstoffindustrie und Thyssenkrupp.
Die EU-Kommission sollte „Quoten für grünen Stahl“ einführen, heißt es in einem Brief vom Montag (2. Dezember), der an die kommende Kommission gerichtet ist.
Das Schreiben wurde auch an den CDU-Europaabgeordneten Jens Gieseke übermittelt, der die Verkehrspolitik der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) koordiniert.
Der von Euractiv eingesehene Brief wurde von France Hydrogène, der Stahlherstellervereinigung Eurofer, ArcelorMittal, Thyssenkrupp und weiteren Organisationen unterzeichnet. Diese schlagen vor, derartige Quoten in die EU-Vorgaben für die Kreislaufwirtschaft von Fahrzeugdesign und Altfahrzeugen zu integrieren.
Die Quoten sollen ausschließlich für in Europa verkaufte Autos gelten, erklärte Simon Pujau, Politikdirektor des französischen Wasserstoffverbandes, gegenüber Euractiv. Für Fahrzeuge, die für den Export bestimmt sind, hätten diese Regelungen keine Auswirkungen.
„Leitmärkte“ waren ein zentrales Wahlversprechen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie betonte, diese seien Teil ihrer Vision, um sicherzustellen, dass die EU-Industrie sowohl sauber als auch wettbewerbsfähig bleibt.
In dem Schreiben wird argumentiert, dass der Automobilsektor, der für 17 Prozent des Stahlverbrauchs der EU verantwortlich ist, die Führungsrolle übernehmen sollte. „Der Stahlverbrauch in der Automobilindustrie zeichnet sich durch hohe Anforderungen an Qualität und Rückverfolgbarkeit aus und ist daher gut geeignet, als Leitmarkt zu fungieren“, heißt es in dem Dokument.
Die Verpflichtung, grünen Stahl zu kaufen, der erheblich teurer ist als die Alternative, ist in der Autoindustrie in der Vergangenheit auf Widerstand gestoßen.
„Ein gesteuerter Handel mit grünem Stahl sollte vermieden werden, und seine Verwendung sollte vom Markt bestimmt werden“, sagte ein Sprecher des europäischen Automobilherstellerverbands ACEA im September gegenüber Euractiv.
„Leitmärkte müssen jedoch obligatorisch sein, um effizient zu sein, was Quoten mit starken Strafsystemen für die Nichteinhaltung bedeutet“, so Pujau.
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*Dieser Artikel wurde aktualisiert, um den zuletzt vereinbarten Wortlaut des Schreibens der Stahlindustrie aufzunehmen.
[Bearbeitet von Donagh Cagney/Owen Morgan/Jeremias Lin]