Städte verwirrt über Treibhausgas-Messungen [DE]

Viele regionale Initiativen sind bereit den Klimawandel zu bekämpfen, aber die Vielzahl verschiedener Instrumente zur Messung der Treibhausgase erschwert es, die Ergebnisse zu vergleichen, so eine aktuelle Studie.

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Viele regionale Initiativen sind bereit den Klimawandel zu bekämpfen, aber die Vielzahl verschiedener Instrumente zur Messung der Treibhausgase erschwert es, die Ergebnisse zu vergleichen, so eine aktuelle Studie.

Die Europäische Kommission hat eingeräumt, dass der Kampf gegen den Klimawandel in den Städten gefochten werden muss. Hier leben 80% der Europäer und verbrauchen die meiste Energie auf dem Kontinent. (siehe EURACTIV Link-Dossier ‚Städte und Klimawandel’)

Die Rolle der Städte ist daher entscheidend für das Ziel der EU, bis 2020 Triebhausgasemissionen auf 20% unter das Niveau von 1990 zu senken.

Europäische Kommunen und Städte haben bereits Erfahrungen über Wege im Kampf gegen den Klimawandel mit Hilfe von Initiativen ausgetauscht. Eine davon ist der Konvent der Bürgermeister/innen, der hunderte Städte in einem Bekenntnis  vereint, über die EU-Klimaziele hinaus zugehen.

Ein gemeinsamer Bericht des Europa-Kollegs und des Veolia Umwelt-Instituts wies kürzlich darauf hin, dass jede Maßnahme, Treibhausgasemissionen auf lokaler Ebene zu senken ein Bewusstsein der Lokalregierungen erfordert, lokale Emissionsquellen zu reduzieren. Um den erforderten „Treibhausemissionsinventar“ umzusetzen, sind die Städte mit einem Labyrinth unterschiedlicher Instrumente zur Gestaltung und Umsetzung von Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen konfrontiert.

Politische Entscheidungsträger nutzen Treibhausgasinventare als Grundlage zur Entwicklung von Strategien zur Emissionssenkung und zur Fortschrittsmessung. Bei der Berechnung der Menge von Treibhausgasen, die von den Städten in die Atmosphäre geblasen werden, müssen die lokalen Behörden selbst entscheiden, welche Emissionen gemessen, welche Treibhausgase einbezogen und welche Methode angewendet werden soll, warnt der Bericht.

“Bereits kleine methodische Unterschiede können erheblich den Vergleich der Ergebnisse erschweren, die mit verschiedenen Instrumenten gewonnen wurden“, mahnt der Bericht. Wird zum Beispiel nur CO2 entgegengesetzt zu allen Treibhausgasen gemessen oder werden Transaktionen der öffentlichen Hand statt sämtlicher Emissionen gemessen, hat wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis, so der Bericht.

Raum für Harmonisierung

Die Forscher fanden heraus, dass eine Anzahl von fortschrittlichen Instrumenten bereits bestehen um lokale Treibhausgasinventare zu schaffen, aber dass das Bewusstsein dafür niedrig ist.

Eine weitere Option wäre es, einen internationalen Berichtstandard zu entwickeln, der sich möglicherweise an die Richtlinien der Internationale Kommission für Klimaveränderungen, einer UN-Einrichtung annähert. Der Standard würde zunächst lediglich dir Haupttreibhausgase auf einem begrenzten Sektor abdecken.

Der radikalste Ansatz wäre schließlich, ein gemeinsames Instrument mit gemeinsamen Standards, Leitfäden und Administratoren zu starten, so der Bericht. Dies würde aber eine bedeutende Harmonisierung und Austausch der bestehenden Instrumente erfordern, und ist daher die letzte Etappe im Prozess der Konvergenz.

„Überraschend viele Entwickler kontaktierten uns während der Erstellung dieser Studie, die keine Kenntnis der Arbeit hatten oder nichts von den anderen Instrumenten wussten“, schrieben sie. Sie gelangten zu dem Ergebnis, wenn verschiedene Städte-Inventare vergleichbare Resultate produzieren, ist Kompatibilität zwischen den Methoden zur Berechnung von Treibhausgas-Emissionen essentiell.

Wenn die Städte ihre bestehenden Leitlinien für die Berichterstattung behalten wollen, kann Kompatibilität durch die Schaffung eines Protokolls, in dem die verschiedenen Instrumente miteinander im „Dialog“ stehen, erzeugt werden, so das das Europa-Kolleg.

Die dringende Notwendigkeit einer entscheidenden Aktion im Kampf gegen den Klimawandel in den europäischen Städten wird umso dringender, wenn auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen ein ehrgeiziger Post-Kyoto-Vertrag zu Stande kommt. In diesem Szenario hat die EU versprochen, ihr Ziel für 2020 auf 30% zu erhöhen. Das würde eine Intensivierung der Anstrengungen in allen Bereichen erfordern.

Es könnte sich lohnen, ein Instrument für die EU-Ebene einzuführen, das die Städte unterstützt ihre Treibhausinventare umzusetzen und optimale Verfahren auszutauschen, so die Studie des Europa-Kollegs. In jedem Fall könne ein einheitliches Protokoll im Rahmen des Konvents der Bürgermeister/innen entwickelt werden, empfehlen die Autoren.