Spanische Landwirte bekommen Preisrückgang bei Getreide zu spüren
Die Getreidepreise sind in den letzten Tagen aufgrund der Abfuhr von Getreide aus den ukrainischen Häfen zurückgegangen. Nach Ansicht des spanischen Agrarsektors gehen die Preise zu schnell und zu stark zurück, sodass sie kaum die Kosten für die Erzeuger decken.
Die Getreidepreise sind in den letzten Tagen aufgrund der Abfuhr von Getreide aus den ukrainischen Häfen zurückgegangen. Nach Ansicht des spanischen Agrarsektors gehen die Preise zu schnell und zu stark zurück, sodass sie kaum die Kosten für die Erzeuger decken.
In ihren Aussagen gegenüber EFE Agro betonten die Vertreter des spanischen Getreidesektors, der Koordinationsrat der Landwirte- und Viehzüchterorganisationen (COAG) und der Verband junger Landwirte (Asaja), dass die spanischen Auktionshäuser und Märkte den Preisverfall in Folge der Aufhebung der Blockade des ukrainischen Getreides schnell widerspiegelten.
Pedro Gallardo (Asaja) bezog sich auf Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), wonach die Preise im Juli gefallen seien, insbesondere für Weizen (die um 14,5 Prozent sanken), nachdem die Vereinbarung zur Freigabe der Getreideexporte aus den wichtigsten ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer getroffen worden war.
In Paris fielen die Preise für Weizen und Mais am Montag im Handel des europäischen Börsenbetreibers Euronext um bis zu 4 Prozent gegenüber den am Vortag abgeschlossenen Verträgen.
In Chicago wurde Mais ebenfalls zu einem niedrigeren Preis gehandelt (3 Prozent weniger), während Weizen um bis zu 8,5 Prozent gestiegen ist.
Schwierige Saison für Landwirte
Auf der anderen Seite seien die Produktionskosten für die spanischen Landwirt:innen gestiegen, und „den Getreideproduzenten geht es nicht gut“, so Gallardo.
Auch Spaniens Landwirtschaft erleidet derzeit eine der ungewöhnlichsten Getreide-Saisons der letzten Jahre, geprägt von den Auswirkungen des Ukrainekriegs und von hitzebedingten Ernte- und Ertragsausfällen.
Auf nationaler Ebene belaufe sich die Einbußen auf 30 bis 35 Prozent im Vergleich zu einem gewöhnlichen Jahr, obwohl sie in einigen spanischen Anbaugebieten noch höher ausgefallen seien, so José Roales, Leiter der Abteilung Ackerkulturen der COAG.
Im Hinblick auf die Reaktionen auf das Auslaufen von Getreide-Frachtern aus der Ukraine wies er darauf hin, dass die Preise „sehr schnell“ und „sehr verdächtig gefallen sind.“ „Das ist nicht normal“ schloss er.
Roales ist überzeugt, dass die an die Landwirt:innen ausgezahlten Preise wieder auf das Vorkrisenniveau zurückkehren werden, denn jetzt „liegen sie um oder sogar unter“ dem Rentabilitätsniveau.
Nichtsdestotrotz ist der Markt entspannt, denn im Moment werden, wie auch in anderen Jahren zu dieser Jahreszeit, keine Angebote gemacht und die Vermarktung wird im September wieder aufgenommen.