Spanien will Weltmarktführer für nachhaltige Mobilität werden
Die spanische Verkehrsministerin Raquel Sánchez Jiménez hat ihr Engagement bekräftigt, Spanien zu einem Vorreiter für innovative, nachhaltige Mobilität zu machen, und umfangreiche Investitionen zugesagt.
Die spanische Verkehrsministerin Raquel Sánchez Jiménez hat ihr Engagement bekräftigt, Spanien zu einem Vorreiter für innovative, nachhaltige Mobilität zu machen, und umfangreiche Investitionen zugesagt.
Durch die Entwicklung intelligenter und nachhaltiger Verkehrsmittel, die sich an den Bedürfnissen der Nutzer:innen orientieren, kann Spanien „alle Vorteile nutzen“, um sich an die Spitze der Mobilitätsrevolution zu setzen.
Die Ministerin äußerte sich am Dienstag (14. Juni) auf dem Kongress „Global Mobility Call“, einer dreitägigen Konferenz, an der Beamt:innen und innovative Verkehrsunternehmen teilnahmen.
Sánchez Jiménez beschrieb die Madrider Veranstaltung als ein Forum „zum Austausch von Ideen und Erfahrungen im Streben nach einer nachhaltigen Mobilität, die es uns ermöglicht, die kolossale Herausforderung des Klimawandels zu bewältigen.“
In ihrer Ansprache bezeichnete die Ministerin den Verkehrssektor als entscheidend für den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt und erklärte, dass „Mobilität ein Recht ist und von den Regierungen geschützt werden sollte.“ Das Ausmaß der Klimakrise bedeute jedoch, dass neue Wege der Fortbewegung gefunden werden müssten, um unsere Verkehrsbedürfnisse zu befriedigen, sagte sie.
Es gibt bereits eine Reihe von Unternehmen, die sich auf die sich ändernden Verkehrsgewohnheiten eingestellt haben, vom Fahrdienstvermittler Uber bis zur E-Mobilitäts-App Bolt. Indem Spanien diese Unternehmen in Madrid zusammenbringt, um über Verkehrslösungen zu diskutieren, will es sich als Vorreiter in der entstehenden nachhaltigen Mobilitätswirtschaft positionieren.
In einer Videoansprache auf der Veranstaltung lobte EU-Verkehrskommissarin Adina Vălean Spaniens Engagement für einen umweltfreundlichen und digitalen Verkehr und hob die Entscheidung des Landes hervor, den Großteil der 68,9 Milliarden Euro, die es im Rahmen der Corona-Konjunkturpakete der EU erhalten hat, diesem Sektor zukommen zu lassen. Ein beträchtlicher Teil der Mittel wird in die Verbesserung des spanischen Eisenbahnsystems fließen.
Spanien will Vorreiter im Bereich der nachhaltigen Mobilität werden
Spanische Politiker:innen hoffen, dass der bevorstehende Kongress zur Zukunft des Verkehrs dazu beitragen wird, das…
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José Vicente de los Mozos, CEO von Renault Iberia und Vorsitzender des Exekutivkomitees der IFEMA MADRID, erklärte, dass die Konferenz über eine reine Diskussion von Ideen zur nachhaltigen Mobilität hinausgehen soll.
„Wenn man an den verschiedenen COPs [Klimakonferenzen unter UN-Leitung] teilnimmt, hört man viele Ideen über Nachhaltigkeit. Aber wir wollen tatsächlich Projekte ins Leben rufen. Das wird die besondere Mischung des Global Mobility Call sein: Ideen, Projekte sowie öffentliche und private Zusammenarbeit“, erklärte er gegenüber EURACTIV.
„Wir haben mehr als 26 Sponsor:innen aus verschiedenen Sektoren. Es ist das erste Mal, dass viele Sektoren zusammenkommen, um Geschäftsmöglichkeiten im Zusammenhang mit nachhaltiger Mobilität zu diskutieren und zu entwickeln“, fügte er hinzu.
Durch die Entwicklung von Dienstleistungen, die die Menschen nutzen können, wird sich nachhaltige Mobilität von etwas Abstraktem zu einer greifbaren Realität entwickeln, so de los Mozos.
„Alle reden über Mobilität. Aber wenn man auf die Straße geht und die Menschen fragt: ‚Was ist nachhaltige Mobilität? Viele Menschen wissen nicht, wovon wir sprechen. Es ist eine theoretische Diskussion. Wir müssen diese Diskussion auf die Ebene der Bürger:innen bringen“, sagte er.
Die Veranstaltung findet zu einem für die Mobilitätsbranche schwierigen Zeitpunkt statt, da die abklingende Pandemie der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Kraftstoffpreiskrise weicht. Diese turbulente Zeit sei jedoch der ideale Zeitpunkt, um über Möglichkeiten zur Verbesserung unseres derzeitigen Systems nachzudenken, so de los Mozos.
„Die Auswirkungen der langen Pandemie haben uns die Gelegenheit gegeben, die Erholung der Wirtschaft unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit zu überdenken. Und jeder ist sich bewusst, dass die Mobilität an der Basis des Wandels stehen muss, indem sie zur Entwicklung der Industrie und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beiträgt“, sagte er.
„Die Mobilität der Zukunft wird eine Mobilität der Verbindungen sein, bei der man ein Verkehrsmittel benutzt, das man nicht unbedingt als Eigentum besitzt. Sie wird Mobilität als Dienstleistung beinhalten, mit einer sehr modernen Infrastruktur, bei der Nachhaltigkeit eine Selbstverständlichkeit ist“, fügte er hinzu.
Der Global Mobility Call wird gemeinsam von IFEMA MADRID und Smobhub, einer Agentur für grüne Verkehrsinvestitionen, mit Unterstützung der spanischen Regierung, der Stadt Madrid und der Regionalregierung organisiert.
Die Veranstaltung bezeichnet sich selbst als die erste Plattform, die alle Bereiche der Verkehrsindustrie zusammenbringt, vom internationalen Reiseverkehr bis zur Mobilität in Städten.
[Bearbeitet von Frédéric Simon]