SpaceX und Eutelsat: Widersprüche zu Verhandlungen mit Italien

Ein Sprecher der italienischen Regierung wies Berichte über laufende Verhandlungen mit Satellitenunternehmen als „unbegründet“ zurück. Damit widersprach er direkt einer Erklärung des französischen Satellitenunternehmens Eutelsat vom selben Tag.

EURACTIV.com
European Council meeting in Brussels
Meloni (Bild M) verteidigte sich gegen die Kritik Anfang Januar über einen möglichen Deal mit Elon Musks Starlink und sagte, dass sich die Gespräche mit SpaceX in einem „Vorstadium“ befänden. [EPA-EFE/CHRISTOPHE PETIT TESSON]

Ein Sprecher der italienischen Regierung wies Berichte über laufende Verhandlungen mit Satellitenunternehmen als „unbegründet“ zurück. Damit widersprach er direkt einer Erklärung des französischen Satellitenunternehmens Eutelsat vom selben Tag.

Italiens Regierung gerät zunehmend unter Druck, nachdem berichtet wurde, dass sie einen Vertrag über sichere Notfall- und Militärkommunikation unter Verwendung von Satellitenkonstellationen in niedriger Erdumlaufbahn (LEO) anstrebt. Diese Technologie ermöglicht eine Internetverbindung von überall auf der Welt und ist somit eine entscheidende Lösung für eine belastbare Notfallkommunikation.

Derzeit gibt es weltweit nur zwei Unternehmen, die eine Verbindung zur erdnahen Umlaufbahn über Satelliten anbieten: das französisch-britische Unternehmen Eutelsat’s OneWeb und das US-amerikanische Unternehmen SpaceX’s Starlink.

„Wir führen sehr gute Gespräche mit Italien und hoffen natürlich, dass dies auch so bleibt“, sagte Eutelsat’s Geschäftsführerin Eva Berneke am 6. März in einem Interview bei Bloomberg TV.

Laut der Regierung gäbe es hingegen keine laufenden Gespräche mit Eutelsat „oder anderen Unternehmen in diesem Sektor“.

Jede Entscheidung über die Satellitenkonnektivität werde „in voller Übereinstimmung mit den institutionellen Verfahren und mit maximaler Transparenz“ getroffen, heißt es in der Erklärung weiter.

Die Reaktion der italienischen Regierung steht daher auch im Widerspruch zu Meloni selbst. Sie verteidigte sich gegen die Kritik Anfang Januar über einen möglichen Deal mit Elon Musks Starlink und sagte, dass sich die Gespräche mit SpaceX in einem „Vorstadium“ befänden.

Die Bestätigung des Interesses an Starlink löste heftige Reaktionen der Opposition in Italien und auf EU-Ebene aus. Sie argumentierten, ein solches Abkommen sei politisch und wirtschaftlich unsinnig.

Am Donnerstag genehmigte die italienische Abgeordnetenkammer einen nationalen Gesetzesentwurf über Bestimmungen zur Weltraumwirtschaft. Die Opposition schlug Änderungen vor, die die Nutzung von Starlink unter bestimmten Bedingungen de facto verhindert hätten, indem sie souveräne Anforderungen an die Satellitenkommunikation festlegten. Abgeordneten der Regierungsparteien Fratelli d’Italia (EKR), La Lega (PfE) und Forza Italia (EVP) lehnten diese Änderungen jedoch ab.

*Alessia Peretti hat zu diesem Bericht beigetragen.

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