Solana wird vor bevorstehenden Klimakonflikten warnen [DE]

Europa müsse sich auf erhöhten Wettbewerb um abnehmende Rohstoffe sowie auf Einwanderungswellen von Klimaflüchtlingen und auf Energiekriege vorbereiten. Hiervor warnt ein neuer Bericht, der den europäischen Staats- und Regierungschefs während des Frühjahrsgipfels am 13. und 14. März 2008 vorgelegt werden wird.

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Europa müsse sich auf erhöhten Wettbewerb um abnehmende Rohstoffe sowie auf Einwanderungswellen von Klimaflüchtlingen und auf Energiekriege vorbereiten. Hiervor warnt ein neuer Bericht, der den europäischen Staats- und Regierungschefs während des Frühjahrsgipfels am 13. und 14. März 2008 vorgelegt werden wird.

Der Klimawandel habe bereits einen tiefgreifenden Einfluss auf die internationale Sicherheit, so Javier Solana, der Hohe Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU, der seinen Bericht am Donnerstag (13. März 2008) in Brüssel vorlegen wird.

Solana nennt Punkte wie die Verminderung von landwirtschaftlich nutzbarem Land,  weitverbreitete Wasserknappheit, zurückgehende Nahrungs- und Fischbestände, zunehmende Überflutungen und verlängerte Dürreperioden als Katalysatoren eines immer feindlicher werdenden Wettbewerbs zwischen Ländern um weltweit abnehmende Rohstoffe.

Der Westen sähe einem Konfliktpotential mit Moskau über Rohstoffe in der Arktis entgegen, so der Bericht. Die arktische Eiskappe schmilzt aufgrund weltweit ansteigender Durchschnittstemperaturen immer schneller, was zukünftig zu einer kommerziellen Ausbeutung von Mineral- und anderen Rohstoffen in der noch weitgehend unerschlossenen Arktis führen könnte (EURACTIV vom 17. September 2007). 

Russische Wissenschaftler machten im letzten Jahr Schlagzeilen und überraschten die internationale Gemeinschaft, als sie eine Flagge auf dem arktischen Meeresboden anbrachten, um so einen offensichtlichen Anspruch auf wertvolle Mineralvorkommen zu erheben.

Eine weitere Sorge, die im Bericht genannt wird, ist, dass Millionen von „Umwelt-Migranten“ oder „Umwelt-Flüchtlingen“ versuchen könnten, den Auswirkungen des Klimawandels zu entkommen. Das multilaterale System sei gefährdet, wenn es der internationalen Gemeinschaft nicht gelinge, diesen Bedrohungen entgegen zu wirken, warnt Solana.

Im April 2007 hatte das US-Militär einen ähnlichen Bericht herausgegeben, in dem davor gewarnt wurde, dass der Klimawandel ein Nährboden für Bürgerkriege, Völkermord und zunehmenden Terrorismus sein könne (EURACTIV vom 17. September 2007).

Solana gibt eine Reihe von Empfehlungen, wie mit dem Problem umzugehen sei, darunter die Bereitstellung verbesserter EU-Maßnahmen für Katastrophenschutz und Konfliktprävention. Mehr Diplomatie hinsichtlich CO2-Emissionsquellen oder Zusammenarbeit mit Ländern, die voraussichtlich am meisten vom Klimawandel beeinträchtigt sein werden, wird ebenfalls empfohlen.

Auch da erwartet wird, dass erhöhte Pegelstände und schmelzendes Meereis einen enormen Einfluss auf die Größe und den Ort bestehender Gebiete und Grenzen haben werden, müsse man sich mit der vermehrten Diskussion über Gebietsansprüche, Wirtschaftsräume ausgenommen, und den Zugang zu neuen Handelswegen auseinandersetzen, so sagte er.

Obwohl der Bericht fordert nicht explizit zu höheren militärischen Ausgaben als ein Mittel im Kampfe gegen den Klimawandel auffordet, legte Greenpeace ein ‚Wort der Warnung’ als Antwort auf den Text vor.

„Empfehlungen, die militärischen Ausgaben zu erhöhen, um die Auswirkungen des Klimawandels in den Griff zu bekommen, sollten zügig durch die Annahme ersetzt werden, dass man umgehend handeln muss, um die heftigsten dieser Prognosen zu vermeiden“, sagte Mahi Sideridou gegenüber EURACTIV.