Slowenien will staatlichem Stromriesen Kapital zuführen
Der staatliche Stromversorger Holding Slovenske Elektrarne (HSE) hat von der slowenischen Regierung eine Kapitalerhöhung in Höhe von fast einer halben Milliarde Euro erhalten, um seine Liquidität in Anbetracht der großen Probleme in den wichtigsten Wasserkraft- und Kohlekraftwerken zu stärken.
Der staatliche Stromversorger Holding Slovenske Elektrarne (HSE) hat von der slowenischen Regierung eine Kapitalerhöhung in Höhe von fast einer halben Milliarde Euro erhalten, um seine Liquidität in Anbetracht der großen Probleme in den wichtigsten Wasserkraft- und Kohlekraftwerken zu stärken.
HSE ist der größte inländische Stromerzeuger und -verkäufer auf dem slowenischen Großhandelsmarkt.
Die erste Tranche in Höhe von 300 Millionen Euro wurde bereits ausgezahlt, und die zweite Runde in Höhe von 192 Millionen Euro soll Mitte Dezember folgen, wie die Slowenische Staatsholding, die die staatlichen Beteiligungen an Unternehmen verwaltet, am Montag mitteilte.
Ziel der Kapitalerhöhung ist es, „das Liquiditätsdefizit von HSE zu überbrücken und den stabilen Betrieb des Unternehmens zu sichern“, so die Slovenian Sovereign Holding.
Die HSE-Gruppe hatte Schwierigkeiten, die Energiekrise zu bewältigen, und war von einem Rekord-Niedrigwasserstand betroffen, der die Leistung ihrer Wasserkraftwerke stark reduzierte. Auch die Kohleproduktion der Gruppe hatte mit Problemen zu kämpfen, insbesondere das Kohlekraftwerk Šoštanj, das Anfang dieser Woche wieder in Betrieb genommen wurde, musste aufgrund von Problemen bei der Kohleversorgung mehr als einen Monat lang stillgelegt werden.
Darüber hinaus waren nach Angaben der HSE die Geschäftsbanken nicht bereit, zusätzliche Liquiditätsmittel zur Verfügung zu stellen, obwohl im letzten Monat eine staatliche Garantie in Höhe von 800 Millionen Euro gewährt worden war.
Das Unternehmen wird nach eigenen Angaben bis zum Jahresende ungefähr 460 Millionen Euro einbüßen, ein Defizit, das es nicht ausgleichen kann.
„Darüber hinaus haben die höheren Strompreise am Markt und die zunehmende Preisvolatilität erhebliche Auswirkungen auf den außerordentlichen Anstieg der benötigten Liquiditätsmittel zur Absicherung des Verkaufs der eigenen Stromproduktion und der erforderlichen CO2-Zertifikatskäufe“, so das Unternehmen.
Das Geld stammt aus einem Sonderposten in Höhe von 750 Millionen Euro im diesjährigen Haushalt, der ausdrücklich für die Rekapitalisierung staatlicher Energieunternehmen vorgesehen ist.
Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass Geoplin, der größte Erdgashändler des Landes, gerettet werden müsste, doch stattdessen begnügte sich das Unternehmen mit einem Liquiditätsdarlehen seines größten Anteilseigners, des teilweise in Staatsbesitz befindlichen Energiekonzerns Petrol.
Die Slovenian Sovereign Holding geht davon aus, dass das zusätzliche Kapital spätestens Ende 2024 an den Staat zurückfließen wird.