Slowenien schlägt Marta Kos als EU-Kommissarin vor
Am Montag (9. September) nominierte die slowenische Regierung Marta Kos, eine ehemalige Botschafterin mit Deutschlanderfahrung, für das Amt als EU-Kommissarin nach. Der ursprüngliche männliche Vorschlag wurde angesichts der überwiegend männlichen Vorschläge aus den EU-Staaten zurückgezogen.
Am Montag (9. September) nominierte die slowenische Regierung Marta Kos, eine ehemalige Botschafterin mit Deutschlanderfahrung, für das Amt als EU-Kommissarin nach. Der ursprüngliche männliche Vorschlag wurde angesichts der überwiegend männlichen Vorschläge aus den EU-Staaten zurückgezogen.
Marta Kos ersetzt Tomaž Vesel, der seine Kandidatur am Freitag (6. September) auf Druck der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, zurückzog. Diese möchte, dass die Mitgliedstaaten mehr Frauen nominieren.
Kos war slowenische Botschafterin in Deutschland und dann in der Schweiz. 2022 trat sie für die liberale Freiheitsbewegung als Präsidentschaftskandidatin an, zog sich aber aus dem Rennen zurück. Der slowenische Ministerpräsident Robert Golob gehört derselben Partei an, die auf EU-Ebene Teil der liberalen Fraktion Renew Europe ist.
Kos arbeitet in Brüssel als leitende Beraterin für die Lobby-Firma Kreab, wie einer Profilseite auf der Website des Unternehmens zu entnehmen ist.
Jeder der 27 EU-Mitgliedstaaten nominiert eine Person für das Amt als Kommissar für eine fünfjährige Amtszeit. Das Europäische Parlament kann Kandidaten blockieren und die Kommissionspräsidentin entscheidet, welches Ressort jeder Kommissar bekommt, aber nur die Mitgliedstaaten können Kandidaten vorschlagen.
Dennoch übt von der Leyen Druck auf einige Mitgliedstaaten aus, ihre männlichen Kandidaten durch Frauen zu ersetzen. Ursprünglich hatte sie alle Mitgliedstaaten dazu aufgefordert, zwei Kandidaten, einen Mann und eine Frau, vorzuschlagen, doch die meisten weigerten sich.
Es wird erwartet, dass die Kommissionspräsidentin am Mittwoch (11. September) bekannt geben wird, welche Posten sie an welche Kandidaten vergeben wird. Die angehenden Kommissare werden dann von den Europaabgeordneten in Ausschussanhörungen des EU-Parlaments, die für Mitte Oktober geplant sind, genauer geprüft.
[Bearbeitet von Owen Morgan/Kjeld Neubert]