Slowenien: Neues Kernkraftwerk könnte 11 Milliarden Euro kosten
Der Bau eines zweiten, 1.600-Megawatt-Blocks im bestehenden Kernkraftwerk Krško würde insgesamt 11 Milliarden Euro kosten, so eine Preisschätzung von Ministerpräsident Robert Golob.
Der Bau eines zweiten, 1.600-Megawatt-Blocks im bereits bestehenden Kernkraftwerk Krško würde insgesamt 11 Milliarden Euro kosten, so die Schätzung von Ministerpräsident Robert Golob.
Die Angabe basiert auf dem Preis des letzten Kernkraftwerks, welches in Europa in Betrieb genommen wurde, dem 1.600-MW-Kraftwerk Olkiluoto 3 in Finnland.
Bis vor kurzem konzentrierten sich die Diskussionen über den Ausbau der Kernenergie in Slowenien auf einen 1.000-Megawatt-Block. Der Investor, das staatliche Energieversorgungsunternehmen Gen Energija, wies jedoch kürzlich darauf hin, dass es angesichts des prognostizierten Anstiegs des Stromverbrauchs sinnvoller sein könnte, einen größeren Block zu bauen.
Golob versicherte dem Parlament, dass die Kosten und andere Einzelheiten des Projekts bekannt gemacht würden, bevor die endgültige Entscheidung getroffen wird. „Dann wird ein Referendum abgehalten, um einen möglichst breiten nationalen Konsens für den Bau dieser Anlage zu finden“, fügte er hinzu.
„Die endgültige Entscheidung über den Zeitplan von Gen Energija wird im Jahr 2027 getroffen werden“, sagte der Premierminister.
Solange sich die Gesetzgebung nicht ändere, sei das realistische Datum für die Fertigstellung von Krško 2 das Jahr 2047, aber die Regierung werde Verfahren zur Vereinfachung der Genehmigungsverfahren einleiten, so Golob.
Im August wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die die erforderlichen Gesetzesänderungen ausarbeiten soll. Ziel ist, eine effektive Standortwahl sowie Organisation des Projekts zu ermöglichen und die Finanzierung auszuarbeiten.
Der Premierminister räumte ein, dass Slowenien es sich nicht leisten könne, den Bau des zweiten Blocks von Krško unabhängig zu realisieren, wenn die Genehmigungs- und Bauverfahren nicht beschleunigt würden.
„Die Antwort auf die Frage, ob wir uns das leisten können, ist ganz klar: Nein. Wenn wir einen zweiten Block bauen wollen, dann müssen wir das schneller tun, und vor allem müssen wir den gesetzlichen Rahmen ändern, um das tun zu können“, sagte er.
Er fügte jedoch hinzu, dass Investoren aus Sloweniens Nachbarländern Interesse an einer Beteiligung an dem Projekt bekundet hätten.