Slowakisches Parlament setzt sich für käfigfreie Hühnerhaltung ein
Der Nationalrat wird ein Verbot der Käfighaltung von Hühnern und Legehennen prüfen, nachdem im Internet Untersuchungsvideos aufgetaucht sind, die die Haltungsbedingungen der Tiere in drei slowakischen Betrieben zeigen.
Der Nationalrat wird ein Verbot der Käfighaltung von Hühnern und Legehennen prüfen, nachdem im Netz Videos aufgetaucht sind, welche die Haltungsbedingungen der Tiere in drei slowakischen Betrieben zeigen.
Obwohl Länder wie Österreich, Tschechien und Deutschland diese Praxis bereits verboten haben und die Europäische Kommission kürzlich empfohlen hat, das Verbot EU-weit einzuführen, wollen slowakische NGOs und Aktivisten wie Humane Progress nicht warten.
„Ab heute können slowakische Männer und Frauen endlich mit eigenen Augen sehen, unter welch schrecklichen Bedingungen Käfigeier entstehen und was ihnen die Geflügelzüchter als die angeblich beste Option für Hühner verkaufen wollen“, so der Vorsitzende von Humane Progress, Martin Smrek.
Um das Verbot in die Tat umzusetzen, hat der OĽaNO-Abgeordnete Tomáš Šudík mit Unterstützung von Humane Progress einen Gesetzentwurf vorgelegt, der darauf abzielt, die Käfighaltung ab 2029 zu verbieten. Die Geflügelzüchter haben damit fünf Jahre Zeit, auf alternative Haltungsformen umzustellen.
Es bleibt jedoch unklar, ob Šudík genügend Unterstützung für den Gesetzentwurf hat.
Für die Partei Freiheit und Solidarität (SaS) äußerte sich die Nationalratsabgeordnete Jarmila Halgašová skeptisch, ob die fünfjährige Übergangsfrist ausreicht. Sie wies darauf hin, dass die Eierpreise nach dem Verbot steigen werden, da die Geschäfte importierte Eier den slowakischen vorziehen werden.
Aktivisten vertreten eine völlig andere Ansicht.
Ihnen zufolge verlieren die Einzelhandelsketten aufgrund des öffentlichen Drucks bereits jetzt das Interesse am Verkauf von Eiern aus Käfighaltung, und die meisten von ihnen haben sich verpflichtet, diese bis 2025 endgültig aus den Regalen zu nehmen.
„In der Praxis bedeutet dies, dass es ab 2025 auf dem slowakischen Markt kein Interesse mehr an Käfigeiern geben wird. Dadurch wird ein riesiges Loch zwischen Angebot und Nachfrage entstehen“, so Smrek.