Slowakischer Ministerpräsident Robert Fico in lebensbedrohlichem Zustand

Denník N berichtet, dass der slowakische Ministerpräsident Robert Fico (Smer-SD, S&D) am Mittwochnachmittag (15. Mai) angeschossen wurde. Er wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht.

/ EURACTIV Slovakia / Euractiv.com
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Nach Angaben von Zeugen, die am Tatort waren, ging Fico auf die Leute zu, die ihn begrüßten. In diesem Moment wurden mehrere Schüsse abgefeuert. Fico stürzte daraufhin zu Boden. [EPA-EFE/MARTIN DIVISEK]

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico (Smer-SD/S&D) wurde am Mittwochnachmittag (15. Mai) angeschossen. Er wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht und schwebt laut Medienberichten derzeit in Lebensgefahr.

Die Schüsse fielen vor dem Haus der Kultur in der slowakischen Stadt Handlová in der Westslowakei. Dort fand gerade eine Regierungskonferenz statt, als der Ministerpräsident unter die Leute ging.

Der Reporter von Denník N, Daniel Vražda, hat den Vorfall nicht gesehen, aber er war in der Nähe und hörte mehrere Schüsse. Kurz darauf wurde der Ministerpräsident von Sicherheitskräften vom Boden aufgehoben, in ein Auto gebracht und weggefahren.

Nach Angaben von Zeugen, die am Tatort waren, ging Fico auf die Leute zu, die ihn begrüßten. In diesem Moment wurden mehrere Schüsse abgefeuert. Fico stürzte daraufhin zu Boden.

Der mutmaßliche Schütze wurde verhaftet. Die Polizei gab weder seine Identität noch mögliche Motive preis.

EU-Quellen zufolge ist der slowakische Ministerpräsident am Leben.

Aufruf zur Vermeidung einer Eskalation der öffentlichen Emotionen

Präsidentin Zuzana Čaputová verurteilte den „brutalen und rücksichtslosen“ Angriff auf den Ministerpräsidenten scharf. „Ich bin schockiert. Ich wünsche Robert Fico viel Kraft, um sich in diesem kritischen Moment von dem Angriff zu erholen“, erklärte sie.

Die liberalen Oppositionsparteien SaS und PS verurteilten ebenfalls die Gewalt und sagten die für heute geplante Demonstration gegen die umstrittene Reform des nationalen öffentlich-rechtlichen Rundfunks RTVS ab.

„Wir sagen die für heute geplante Kundgebung zur Unterstützung von RTVS angesichts des Angriffs auf den Ministerpräsidenten ab. Wir verurteilen die Gewalt und die heutigen Schüsse auf Ministerpräsident Robert Fico aufs Schärfste“, erklärte Michal Šimečka, Vorsitzender der Oppositionspartei Progressive Slovensko. Er fügte hinzu, dass die Politiker davon absehen sollten, die Emotionen in der Öffentlichkeit anzuheizen.

„Wir glauben, dass der Ministerpräsident wieder gesund wird. Gleichzeitig appellieren wir an alle Politiker, sich jeglicher Äußerungen und Handlungen zu enthalten, die zur Eskalation der Spannungen beitragen könnten“, ergänzte Šimečka.

Der SaS-Vorsitzende Branislav Gröhling rief die Abgeordneten dazu auf, sich nicht gegenseitig die Schuld an der Situation zu geben, während die konservative Oppositionspartei KDH zur Einigkeit aufrief. „Wir müssen uns alle gemeinsam gegen jegliche Gewaltakte wehren. Der Angriff auf den Ministerpräsidenten ist ein Angriff auf die slowakische Staatlichkeit und Souveränität. In diesem Moment ist es notwendig, alles zu tun, um die Gesellschaft zu beruhigen“, erklärte die KDH in einer Stellungnahme zu dem Angriff auf den Ministerpräsidenten.

Europäische Staats- und Regierungschefs reagieren

Die Reaktionen auf den Vorfall häufen sich. Der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala veröffentlichte kurz nach dem Vorfall eine Erklärung auf der Website X in der er sich schockiert über die Nachricht zeigte und äußerte, dass Gewalt nicht toleriert werden dürfe und keinen Platz in der Gesellschaft habe.

Der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, erklärte daraufhin auf X, er sei „schockiert über die Nachricht.“ „Nichts kann jemals Gewalt oder solche Angriffe rechtfertigen. Meine Gedanken sind bei dem Ministerpräsidenten und seiner Familie“, sagte er.

Und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gehört zu den ersten, die ihre Empörung zum Ausdruck gebracht haben.

Andere europäische Staats- und Regierungschefs äußerten sich schockiert über die Tat. Sie verurteilten die politische Gewalt.

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.