Slowakei und Deutschland unterzeichnen Waffen-Deal

Die Slowakei wird 30 tschechoslowakische BVP-Kampffahrzeuge an die Ukraine liefern, im Austausch gegen 15 ältere deutsche Leopard-2-Panzer. Diese Vereinbarung zwischen der Slowakei und Deutschland wurde am Dienstag in Bratislava unterzeichnet.

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Der slowakische Verteidigungsminister Jaroslav Naď behauptete, dass die erste Lieferung von Panzern aus Deutschland bis zum Ende des Jahres eintreffen sollte, gab aber nicht an, wann sie in der Ukraine eintreffen würden. [Shutterstock/Martin Hibberd]

Die Slowakei wird 30 tschechoslowakische BVP-Kampffahrzeuge an die Ukraine liefern, im Austausch gegen 15 ältere deutsche Leopard-2-Panzer. Diese Vereinbarung zwischen der Slowakei und Deutschland wurde am Dienstag in Bratislava im Rahmen eines Besuchs des obersten Rüstungsbeauftragten des deutschen Verteidigungsministeriums unterzeichnet.

Der slowakische Verteidigungsminister Jaroslav Naď behauptete, dass die erste Lieferung von Panzern aus Deutschland bis zum Ende des Jahres eintreffen sollte, gab aber nicht an, wann sie in der Ukraine eintreffen würden.

Der Deal war seit Monaten verhandelt worden.

„Ich freue mich sehr, dass es mit der heutigen deutsch-slowakischen Vereinbarung beim Ringtausch weitergeht“, sagte die Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht in einer Erklärung und fügte hinzu, dass Deutschlands Ansatz, Waffen vor allem mit anderen europäischen Staaten zu tauschen, „für den Überlebenskampf der Ukraine unerlässlich ist.“

Die Berliner Regierung hat diesen indirekten Ansatz bisher damit begründet, dass viele moderne deutsche schwere Waffen für ukrainische Truppen, die im Umgang mit sowjetischen Militärgeräten geschult sind, nur schwer zu bedienen wären.

Zuvor hatte man erwartet, dass die Slowakei ihre T-72-Panzer an die Ukraine abgeben würde, aber die slowakische Armee wird diese vorerst behalten. Anfang des Sommers erklärte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums, dass der Deal in Gefahr gewesen sei, da die Slowakei das Angebot von 15 Leopard-Panzern im Tausch gegen T-72-Panzer für unzureichend hielt.

„Andere Länder werden einen Panzer oder andere Kampffahrzeuge an die Ukraine liefern, und im Gegenzug werden sie zwei von Deutschland erhalten. Die Slowakei besitzt 30 T-72-Panzer. 15 Leopard-Panzer sind also keine Option für uns, denn wir brauchen 30 Panzer für das Panzerbataillon“, sagte sie Anfang des Sommers.

Naď glaubt, dass die ausgehandelte Vereinbarung ein Schnäppchen für die Slowakei sei, da Leopard-Panzer effektiver seien als T-72-Panzer. „Diese Panzer (Leopards) haben einen erheblichen Wert. Es ist eine große Investition Deutschlands in die Stärkung unserer Verteidigung“, sagte der Verteidigungsminister.

Sicherheitsexpert:innen stimmen mit Naď überein, dass das Geschäft für die Slowakei tatsächlich von Vorteil ist. „Nach den Informationen des Ministeriums sieht es nach einem sehr guten Geschäft aus“, sagte der Analyst Vladimír Bednár.