Skopje und Sofia wollen kulturellen Austausch intensivieren

Nordmazedonien und Bulgarien wollen die Zusammenarbeit in verschiedenen kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen intensivieren, um die emotional geführte Debatte zu entschärfen und Hate Speech und Diskriminierung zu verhindern. 

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North Macedonia’s Foreign Minister Bujar Osmani visits Bulgaria
Die Annäherung der Völker würde den Einfluss derjenigen verhindern, die Streitigkeiten zwischen den Nachbarländern wollen, sagte der mazedonische Außenminister Bujar Osmani während einer Pressekonferenz mit seinem bulgarischen Amtskollegen Nikolay Milkov. [EPA-EFE/VASSIL DONEV]

Nordmazedonien und Bulgarien wollen die Zusammenarbeit in verschiedenen kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen intensivieren, um die emotional geführte Debatte zu entschärfen und Hate Speech und Diskriminierung zu verhindern. 

Die Annäherung der beiden Länder würde diejenigen Zurückdrängen, die darauf hinarbeiten den Konflikt zu verschärfen, sagte der mazedonische Außenminister Bujar Osmani während einer Pressekonferenz mit seinem bulgarischen Amtskollegen Nikolay Milkov.

„Der beste Weg, um Hate Speech zu verhindern, ist die Dominanz eines positiven Vokabulars zwischen den Ländern“, sagte Osmani.

Milkov betonte unterdessen, dass die Verwendung einer antagonistischen Sprache gegen Mazedonier:innen nicht die offizielle Position Sofias sei, und begrüßte die Eröffnung bulgarischer Clubs in Nordmazedonien.

„Die Zahl der bulgarischen Vereine nimmt zu, was ein gutes Zeichen dafür ist, dass die Bulgar:innen in Nordmazedonien ihre ethnischen Interessen betonen. Wir erwarten, dass Nordmazedonien ein Umfeld der Verständigung schafft, dass die Vereine Brücken der Verständigung sind und nicht zusätzliche Gründe für Hass sind“, sagte Milkov.

Im November hatte ein unbekannter Angreifer einen bulgarischen Club in Ohrid mit Steinen beworfen, wobei Glas und ein Teil der Leuchtreklame zu Bruch gingen, und Tage später eskalierte die Situation, als in dem Lokal eine Schusswaffe abgefeuert wurde.

Das bulgarische Außenministerium verurteilte den schweren kriminellen Akt in einer Protestnote.

„Wir nehmen die Reaktion des nordmazedonischen Außenministeriums zur Kenntnis, akzeptieren aber kategorisch nicht, dass solch schwere kriminelle Handlungen als Vandalismus definiert werden“, heißt es in der bulgarischen Stellungnahme weiter.

Nordmazedoniens Premierminister Dimitar Kovachevski kommentierte damals, dass der Name des Clubs eine Provokation sei.

„Schon bei der Eröffnung dieser Clubs habe ich gesagt, dass die dafür gewählten Namen nur eine Provokation darstellen können… Die Idee war, Kultur- und Informationsclubs zu eröffnen, die die Bürger:innen beider Länder einander näher bringen, und nicht Clubs, die bei den Bürger:innen negative Emotionen hervorrufen“, sagte er. Er fügte hinzu, dass er die Bürger:innen bereits aufgefordert habe, sich als EU-Beitrittskandidat mit Würde und nach europäischen Kriterien zu behandeln.

Der Name „Zar Boris III.“ wird in Nordmazedonien als Provokation empfunden. Die jüdische Gemeinde und der Fonds für den Holocaust an den Jüd:innen Mazedoniens erklärten, die Registrierung des Namens verherrliche Nazismus und Faschismus.

Um weitere Kommunikationsbrücken zu bauen, fand auch ein Wirtschaftsforum zwischen Mazedonien und Bulgarien statt, das von über 150 Vertreter:innen der Wirtschaft besucht wurde.