Sicherheit der Energieversorgung - heißes Thema 2006 [DE]
Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine lässt eine gemeinsame Energiepolitik in der EU immer notwendiger erscheinen. Das langfristige wirtschaftliche Wohlergehen des Kontinents scheint auf dem Spiel zu stehen.
Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine lässt eine gemeinsame Energiepolitik in der EU immer notwendiger erscheinen. Das langfristige wirtschaftliche Wohlergehen des Kontinents scheint auf dem Spiel zu stehen.
Der „neue Kalte Krieg“ (The Times) könnte der erste in einer Reihe von Auseinandersetzungen in diesem Jahr werden, die die Energiepolitik wieder zu dem bestimmenden außenpolitischen Faktor überhaupt macht. Zudem nehmen einige Energieexperten an, dass das „Ende des billigen Öls“ bevorstehe, da die Ölförderung bald ihren „Höhepunkt“ erreiche. Die steigende globale Nachfrage könnte außerdem zu Engpässen bei der Versorgung führen. Dies würde bedeuten, dass die Sicherheit der Energieversorgung 2006, wie bereits in den 70er und 80er Jahren, ein zentrales politisches Anliegen sein wird.
Die Abhängigkeit Europas von russischem Gas und Öl aus dem Nahen Osten birgt ernstzunehmende wirtschaftliche Risiken. Hinzu kommt, dass sie die EU spalten könnte. Denn Mitgliedstaaten wie Polen befürchten, dass Russland aufgrund seiner energiepolitischen Bedeutung einen zu großen Einfluss auf die EU habe (25 % der europäischen Gasimporte kommen aus Russland und hiervon fast alle von einem einzigen Konzern, Gazprom, in dem die russische Regierung das Sagen hat).
Vor diesem Hintergrund ist anzunehmen, dass das Interesse an Atomenergie wieder steigt und Bemühungen zur Verbesserung der Energieeffizienz intensiviert werden.