Serbien bietet sich als Gastgeber für Trump-Putin-Gespräche an

Serbien sei „einzigartig positioniert“, um Gespräche zwischen Trump und Putin auszurichten, sagte der serbische Außenminister Marko Đurić am Dienstag. Er fügte hinzu, dass ein zweites Präsidentschaftsmandat von Donald Trump im Weißen Haus gute Nachrichten für Serbien seien.

EURACTIV.com
Vladimir Putin – Donald Trump meeting in Osaka
Serbien ist „einzigartig positioniert“, um Gespräche zwischen Trump und Putin auszurichten, sagte Außenminister Marko Đurić. [Kremlin Press Office/Handout/Anadolu Agency/Getty Images]

Serbien sei „einzigartig positioniert“, um Gespräche zwischen Trump und Putin auszurichten, sagte der serbische Außenminister Marko Đurić am Dienstag. Er fügte hinzu, dass ein zweites Präsidentschaftsmandat von Donald Trump im Weißen Haus gute Nachrichten für Serbien seien.

Der US-Präsident habe „familiäre Verbindungen“ zur Region und sei nicht von den negativen Stereotypen über Serbien aus den 1990er Jahren belastet, erklärte Außenminister Đurić in einem Interview mit dem regierungsnahen Sender Hepi TV.

Donald Trumps Ehefrau Melania wurde im ehemaligen Jugoslawien, dem heutigen Slowenien, geboren. Doch Trump hat noch weitere Verbindungen zur Region: Sein Schwiegersohn Jared Kushner besitzt eine Genehmigung – mit Dauer von 99 Jahren – zur Entwicklung eines Luxusimmobilienprojekts in Belgrad.

Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Hauptquartier der jugoslawischen Armee, das seit dem Jahr 2013 das Interesse der Trump-Familie geweckt hat. Donald Trump schlug damals vor, dort ein Luxushotel zu errichten. Das Vorhaben wird auf 500 Millionen Dollar geschätzt.

Mit seiner Erwähnung der 1990er Jahre spielte Außenminister Đurić vermutlich auf den Kosovo-Krieg zwischen den Jahren 1998-1999 an, bei dem die NATO-Luftangriffe auf Belgrad durchführte, um die ethnischen Säuberungen und Gräueltaten der Armee von Slobodan Milošević gegen die Kosovaren zu stoppen.

Das Regime von Präsident Aleksandar Vučić zeigt keine Reue für die Rolle Belgrads während des Kosovo-Krieges und die Beziehungen zu Pristina bleiben angespannt. Das ist ein Hindernis für Serbiens Weg in die Europäische Union. Serbien ist zudem der Meinung, zu Unrecht des Völkermords von Srebrenica 1995 in Bosnien und Herzegowina beschuldigt worden zu sein. Zahlreiche Massaker in Bosnien und Herzegowina und im Kosovo werden von serbischer Seite geleugnet.

Trump „weiß, was es bedeutet, zu Unrecht beschuldigt und für schuldig befunden zu werden, obwohl man unschuldig ist“, sagte Đurić. Er fügte hinzu, dass Serben diejenigen unterstützten, von denen sie glauben, dass sie ihnen mit mehr Respekt begegnen werden. Seine Landsleute hätten großes Interesse an besseren Beziehungen zu Amerika, die auf gegenseitigem Respekt basieren.

Der Außenminister sprach auch über die Bedeutung der serbischen Gemeinschaft in den USA und spielte darauf an, dass Serben Trump unterstützt und für seine Kampagne gespendet hätten.

Im Bewusstsein, dass Serbien nie eine Priorität der US-Außenpolitik gewesen sei, erklärte Đurić, dass Belgrad sich nun auf den Aufbau direkter Kommunikationswege mit der neuen US-Administration konzentriere.

Đurić fügte hinzu, er habe seinem US-Amtskollegen Marco Rubio zu seiner Ernennung gratuliert. Er wolle ihm demnächst per Brief seine Absicht, die Zusammenarbeit zu vertiefen, sowie den Wunsch, Rubio und Trump in Belgrad zu empfangen, mitteilen.

Der Außenminister erklärte zudem, dass ein hochrangiger serbischer Beamter im Februar Washington besuchen solle, nannte jedoch keinen Namen.

Đurić schlug auch vor, dass Serbien mehr für Lobbyarbeit bei US-Entscheidungsträgern ausgeben müsse, mit einem Fokus darauf, „unsere Anliegen und Prioritäten“ – wahrscheinlich erneut eine Anspielung auf Kosovo – ins Zentrum zu rücken.

Der serbische Präsident Vučić äußerte sich auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ebenfalls lobend über Trump. Er sagte, Trump habe die richtigen Prioritäten gesetzt, insbesondere seine Konzentration auf die Steigerung der Energieproduktion und den Energieexport.

Vučić sagte auch, er habe in Davos ein kurzes Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geführt.

„Es ist immer schön, eine aufrichtige Freundin Serbiens wie Ursula von der Leyen zu treffen. Ein kurzer Meinungsaustausch über die aktuelle Lage in der Welt und in der Region, mit einem Fokus auf die Beschleunigung Serbiens auf seinem europäischen Weg“, schrieb Vučić auf Instagram.