"Sein Tod macht die Welt sicherer"

Die EU-Führung hat wohl selten die Tötung eines Menschen offiziell begrüßt - im Fall von Osama bin Laden ist es soweit. Auch die Bundesregierung zeigt sich erleichtert. Der EU-Antiterror-Beauftragte Gilles de Kerchove meint: Es war unmöglich, bin Laden lebend zu ergreifen (Video).

Zehn Jahre jagten die USA den saudi-arabischen Terroristen Osama Bin Laden – auch per Steckbrief. Nun zeigt sich die westliche Welt erleichtert über die Tötung des Al-Kaida-Chefs. Foto: dpa.
Zehn Jahre jagten die USA den saudi-arabischen Terroristen Osama Bin Laden - auch per Steckbrief. Nun zeigt sich die westliche Welt erleichtert über die Tötung des Al-Kaida-Chefs. Foto: dpa.

Die EU-Führung hat wohl selten die Tötung eines Menschen offiziell begrüßt – im Fall von Osama bin Laden ist es soweit. Auch die Bundesregierung zeigt sich erleichtert. Der EU-Antiterror-Beauftragte Gilles de Kerchove meint: Es war unmöglich, bin Laden lebend zu ergreifen (Video).

Die EU-Spitze hat die Tötung des Terroristenchefs Osama bin Laden begrüßt. In einer gemeinsamen Erklärung kommentierten  EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy: "Osama bin Laden war ein Krimineller, der die Verantwortung für verabscheuungswürdige Terroranschläge trägt, die tausende Unschuldige das Leben gekostet haben." Sein Tod mache die Welt sicherer and zeige, dass solche Verbrechen nicht ungestraft bleiben.

"Dies ist ein wesentlicher Erfolg bei unseren Bemühungen, die Welt vom Terrorismus zu befreien", heißt es weiter. Die EU werde weiterhin Seite an Seite mit den Vereinigten Staaten, den internationalen Partnern und den Freunden in der muslimischen Welt stehen, um die Geißel von weltweitem Extremismus zu bekämpfen und eine friedliche, sichere und wohlhabendere Welt für alle zu schaffen.

Bundesregierung: Bin Laden verhöhnte Grundwerte des Islam

Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, kommentierte: "Mit der Kommandoaktion gegen Osama bin Laden und seiner Tötung ist dem US-Militär ein entscheidender Schlag gegen Al Qaida gelungen." Bundeskanzlerin Angela Merkel habe US-Präsident Barack Obama ihre Erleichterung über diese Nachricht übermittelt.
 
"Osama bin Laden war verantwortlich für den Tod tausender unschuldiger Menschen", so Seibert. "Osama bin Laden gab vor, im Namen des Islam zu handeln, in Wirklichkeit jedoch verhöhnte er die Grundwerte seiner und aller anderen Religionen." Heute Nacht hätten die Kräfte des Friedens einen Erfolg errungen. "Besiegt ist der internationale Terrorismus damit noch nicht", warnte Seibert. "Wir alle werden wachsam bleiben müssen."

Auch der EU-Antiterror-Koordinator Gilles de Kerchove, EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek und EU-Kommissionssprecherin Pia Ahrenkilde Hansen begrüßten die Tötung bin Ladens. Die Umstände des Einsatzes hätten es "unmöglich gemacht, Osama bin Laden lebend zu ergreifen", sagte de Kerchove:

Lambsdorff: "Endlich"


Alexander Graf Lambsdorff
, außenpolitischer Sprecher der FDP im EU-Parlament, erklärte: "Endlich! Wenige Monate vor dem zehnten Jahrestag der Angriffe auf New York und Washington ist es amerikanischen Spezialkräften gelungen, Osama bin Laden aufzuspüren und zu töten." US-Präsident Barack Obama habe recht, wenn er sage, dass friedliebende Menschen auf der ganzen Welt sich über dies Nachricht freuen sollten. "Al Kaida hat Tausende von Menschen unterschiedlichster Nationalität, Hautfarbe und Religion ums Leben gebracht, nicht nur in den USA, sondern auch in Spanien, England, Tunesien, Pakistan sowie in weiteren Ländern", so der EU-Außenpolitiker.

"Das Ende Osama bin Ladens zeigt, dass der Westen nicht wehrlos ist", so Lambsdorff. Wenn die Gemeinschaft der Länder mit einer offenen Gesellschaftsordnung geschlossen und entschlossen gegen Terror vorgehe, dann sei sie erfolgreich – auch wenn es dazu mitunter einen langen Atem brauche.

awr

Links


EU:
Joint statement by European Commission President Barroso and European Council President Van Rompuy on the death of Osama Bin Laden (2. Mai 2011)

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US-Sondereinheit tötet Osama Bin Laden (2. Mai 2011)