Schwellenländer wollen größere Rolle bei G20-Gipfel [DE]
Die Vorbereitungen für das internationale G20-Gipfeltreffen in Washington am kommenden Wochenende nehmen Fahrt auf, während sich die Finanzminister und Bankenchefs der 20 stärksten Wirtschaftsländer der Welt am Samstag (8. November 2008) in Brasilien trafen.
Die Vorbereitungen für das internationale G20-Gipfeltreffen in Washington am kommenden Wochenende nehmen Fahrt auf, während sich die Finanzminister und Bankenchefs der 20 stärksten Wirtschaftsländer der Welt am Samstag (8. November 2008) in Brasilien trafen.
as Treffen fand kurz nach dem außerordentlichen EU-Gipfel letzten Freitag (7. November 2008) in Brüssel statt, bei dem die EU-Staats- und Regierungschefs eine gemeinsame Haltung zur Neustrukturierung des globalen Finanzsystems einnahmen.
Schwellenländer wollen größere Rolle
Beim G20-Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs in São Paulo wurde beschlossen, die Stabilität und das Vertrauen in die Weltwirtschaft wieder herzustellen. Außerdem wurde darauf gedrängt, Schwellenländern wie Brasilien, China, Indien und Russland eine größere Rolle einzuräumen.
Tatsächlich fordern diese Staaten eine umfassende Reform der globalen Finanzinstitutionen, die ihnen eine bessere Vertretung in der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zusichern würde.
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva betonte die Notwendigkeit neuer weltweiter Mechanismen und sagte, dass die Führungsrolle der G7-Gruppe (Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und die USA) überholt sei und nicht länger alleine funktionieren könne.
Weltbankpräsident Robert Zoellick forderte außerdem die Modernisierung des multilateralen Steuerungssystems, um der Stimme von Schwellenländern wie Brasilien Gehör zu verschaffen.
Der IWF: Eine größere Rolle, aber um wie viel größer?
Die Reform des IWF war ein wiederkehrendes Thema sowohl in São Paulo als auch in Brüssel, obwohl weiterhin unklar bleibt, wie diese Reform umgesetzt werden kann. Das G20-Treffen bestätigte, dass der IWF bei der Neustrukturierung der globalen Finanzarchitektur eine führende Rolle spielen müsse, allerdings „innerhalb seines Mandats“.
In einem vor kurzem untersuchten Szenario könnte der IWF zu einer echten globalen Finanzregulierungsbehörde umgestaltet werden. Die EU-Länder fordern jedoch die Einsetzung eines Aufsichtskollegiums für die Kontrolle der globalen Finanzinstitutionen.
In ihren Schlussfolgerungen sagten die G20-Finanzminister, dass jede Reform des IWF die sich verändernde wirtschaftliche Machtverteilung in der Weltwirtschaft berücksichtigen und stärker auf zukünftige Herausforderungen reagieren müsste.
Der IWF habe bereits sein Frühwarnsystem gestärkt, mit dem zukünftige Finanzkrisen frühzeitig erkannt und bekämpft werden können, so der Geschäftsführende Direktor des IWF Dominique Strauss-Kahn.