Schwedens Sicherheitsberater bringt Ministerpräsidenten in Bedrängnis
Schwedens Sicherheitsapparat leidet unter einer Reihe von Fehlern des nationalen Sicherheitsberaters. Eine Personalie, die für Ministerpräsident Ulf Kristersson ein Segen hätte sein sollen, wird nun zu einer politischen Belastung.
Schwedens Sicherheitsapparat leidet unter einer Reihe von Fehlern des nationalen Sicherheitsberaters. Eine Personalie, die für Ministerpräsident Ulf Kristersson ein Segen hätte sein sollen, wird nun zu einer politischen Belastung.
Henrik Landerholm, ein enger Jugendfreund von Kristersson, wurde 2022 zum nationalen Sicherheitsberater ernannt, um Schwedens immer komplexer werdende Sicherheitslandschaft zu navigieren.
Jüngste Enthüllungen in der schwedischen Presse haben Zweifel an seinem Umgang mit sensiblen Informationen aufkommen lassen. Eine entsprechende Untersuchung durch das schwedische Regierungsbüro bringt den Ministerpräsidenten nun in eine schwierige Lage.
Kristersson sagte zwar, er werde keine voreiligen Schlüsse ziehen, doch die Angelegenheit sei wichtig und müsse genau geprüft werden.
Landerholm vergaß sein Handy während kritischer NATO-Verhandlungen in der ungarischen Botschaft, ein Notizbuch in einem Radiosender – nur damit er ein Taxi schickte, um es zurückzuholen – und er vergaß sogar vertrauliche Dokumente in einem Schließfach in einem Konferenzzentrum, die später von nicht zum Sicherheitspersonal gehörenden Personen gefunden wurden.
Er reiste auch mehrmals nach Berlin, wobei er offizielle Termine mit privaten Besuchen bei seiner Partnerin verband.
Erst nach einer Untersuchung durch Schwedens auflagenstarke Boulevardzeitung Aftonbladet, zahlte Landerholm Kosten für die privaten Reiseabschnitte zurück. Der Umstand warf wiederum weitere Fragen über den Missbrauch öffentlicher Gelder und seine Glaubwürdigkeit als nationaler Sicherheitsberater auf.
Wie erwartet lösten diese Vorfälle heftige Kritik aus dem gesamten politischen Spektrum aus, insbesondere angesichts der Sensibilität der ihm zugänglichen Informationen und seiner Nähe zu Ministerpräsident Kristersson.
Die Sozialdemokraten, die Linkspartei und die Grünen forderten den Rücktritt von Landerholm und argumentierten, dass eine solche Nachlässigkeit die nationale Sicherheit gefährde.
Während der Druck, seinen Berater zu entlassen, zunimmt, mahnt der Ministerpräsident zur Vorsicht und drückt sein Vertrauen in die Regierungsuntersuchung aus.
Doch der Fall könnte eine noch ernstere Wendung nehmen, da wahrscheinlich die Sicherheitsdienste des Königreichs zu den Ermittlungen miteinbezogen werden, wie Expressen berichtete.
[KN]