Schweden liefert weitere Waffen an die Ukraine

Schweden wird seine Unterstützung für die Ukraine durch die Lieferung von Hightech-Artilleriesystemen, Kampffahrzeugen und Panzerabwehrraketen verstärken, wie Ministerpräsident Ulf Kristersson am Donnerstag ankündigte.

Euractiv.com
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Die schwedische Regierung beschloss, das zehnte militärische Hilfspaket an die Ukraine zu senden, das aus 50 Kampffahrzeugen, Panzerabwehrraketen und dem Artilleriesystem Archer besteht. Letzteres, ein hochpräzises Artilleriesystem auf Rädern, das schnell bewegt und abgefeuert werden kann, stand schon lange ganz oben auf der Wunschliste Kyivs. [Shutterstock/Mike Mareen]

Schweden wird seine Unterstützung für die Ukraine durch die Lieferung von Hightech-Artilleriesystemen, Kampffahrzeugen und Panzerabwehrraketen verstärken, wie Ministerpräsident Ulf Kristersson am Donnerstag ankündigte.

Die schwedische Regierung hat demnach entschieden, ein zehntes militärisches Hilfspaket an die Ukraine zu senden, das aus 50 Kampffahrzeugen, Panzerabwehrraketen und dem Artilleriesystem Archer besteht. Letzteres, ein hochpräzises Artilleriesystem auf Rädern, das schnell bewegt und abgefeuert werden kann, stand schon lange weit oben auf der Wunschliste Kyivs.

„Es wird gerade jetzt dringend benötigt. Die Ukraine warnt vor neuen russischen Großangriffen“, sagte Kristersson und fügte hinzu, dass militärische Unterstützung von entscheidender Bedeutung sei, da Russland zu glauben scheine, „dass die Zeit auf seiner Seite sei und es sich um einen Zermürbungskrieg handle.“

Nach Angaben des schwedischen Verteidigungsministers Pål Jonson hat das Militärpaket einen Wert von 4,3 Milliarden schwedischen Kronen (38,5 Millionen Euro), beinhaltet aber nicht das Archer-System. Das Paket soll dem schwedischen Parlament (Riksdag) „in naher Zukunft“ in Form eines zusätzlichen Berichtigungshaushalts vorgelegt werden.

Laut Jonson könnte es „einige Monate“ dauern, bis das Kampffahrzeug in der Ukraine einsatzbereit ist, mit etwas mehr Zeit für das Archer-System. Die ukrainischen Soldat:innen müssen für beide Waffensysteme ausgebildet werden, und es muss für den Transport und die Möglichkeit der Wartung und Reparatur gesorgt werden.

Die bisherige Militärhilfe Schwedens für die Ukraine beläuft sich auf einen Gesamtwert von fünf Milliarden schwedischen Kronen (44 Millionen Euro), wovon das jüngste, neunte Paket drei Milliarden schwedische Kronen (26 Millionen Euro) umfasste.

Schweden hat bisher unter anderem Flugabwehrsysteme, Geländewagen, 15.000 Panzergeschosse, Schiffsabwehrraketen sowie Schutzwesten, Helme und Winterausrüstung für Soldat:innen geliefert.

Auch die Entsendung von Panzern in die Ukraine, insbesondere des deutschen Leopard 2, über den auch die schwedischen Streitkräfte verfügen, ist international umstritten. Das Thema wird am Freitag bei einem Treffen auf der US-Militärbasis in Ramstein erörtert, an dem auch der schwedische Verteidigungsminister teilnehmen wird.

Eine wichtige Frage sei, wie viel Kriegsmaterial Schweden entbehren kann, ohne die Verteidigungsfähigkeit des Landes zu gefährden, wie Kristersson betonte. Er sprach von einem „empfindlichen Gleichgewicht“, das es zu erreichen gelte.

Die Sozialdemokrat:innen unterstützten die Fortsetzung der Militärhilfe für die Ukraine, aber der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Riksdag und ehemalige Verteidigungsminister Peter Hultqvist betonte, dass es wichtig sei, die Folgen der Abgabe von bis zu 20 Archer-Geschützen zu bedenken.

Seiner Meinung nach handelt es sich um eine sehr wichtige Änderung in der Planung der militärischen Fähigkeiten, und er hat die Regierung bereits aufgefordert, dem Verteidigungsausschuss bis zum 26. Januar weitere Informationen zu diesem Thema vorzulegen.