Schulz: Unternehmensgewinne stärker gewachsen als Löhne

Arbeitnehmer in Deutschland haben mehr verdient, meint SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Unterdessen überschreitet die Zahl der Leiharbeiter erstmals die Millionenmarke.

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Martin Schulz [<a href="https://www.flickr.com/photos/socialeurope/7943115604" target="_blank" rel="noopener">[DG EMPL/Flickr]</a>]

Arbeitnehmer in Deutschland haben mehr verdient, meint SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Unterdessen überschreitet die Zahl der Leiharbeiter erstmals die Millionenmarke.

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat höhere Löhne in Deutschland gefordert.

„Wir haben erheblichen Nachholbedarf bei den Einkommen“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die enormen wirtschaftlichen Gewinne, die in Deutschland erzielt würden, hätten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erarbeitet.

In den vergangenen Jahrzehnten seien die Gewinne der Unternehmen allerdings deutlich stärker gewachsen als die Löhne. „Das sollten die Tarifpartner bei ihren nächsten Verhandlungen berücksichtigen“, forderte Schulz.

Zahl der Leiharbeiter überschreitet erstmals Millionenmarke

Allen Gesetzesverschärfungen zum Trotz hat die Zahl der Leiharbeitnehmer im vorigen Jahr erstmals die Marke von einer Million überschritten.

Im Juni 2016 waren 1,006 Millionen Leiharbeiter sozialversicherungspflichtig oder als haupterwerbliche Minijobber beschäftigt, wie aus einer Bilanz der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht. Das waren 45.000 mehr als ein Jahr zuvor. Drei Prozent der über 31 Millionen sozialabgabenpflichtig Beschäftigten hatten damit einen Job in der Zeitarbeit. Union und SPD stritten 2016 lange über eine schärfere Regulierung der Leiharbeit, die dann zum Jahresende verabschiedet wurde.

Die neuen Bestimmungen treten zum 01. April in Kraft. Leiharbeiter sollen nach neun Monaten im selben Betrieb die gleiche Entlohnung erhalten wie die Stammbelegschaft. Sie dürfen zudem höchstens 18 Monate an denselben Betrieb verliehen werden oder müssen danach von diesem fest eingestellt werden. Von diesen Grundregeln dürfen Arbeitgeber und Gewerkschaften aber gemeinsam abweichen, wenn die Tarifpartner dies vereinbaren.

Aus der BA-Studie zur Leiharbeit geht hervor, dass nur 15 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse in der Leiharbeit länger als 18 Monate dauerten. Knapp drei von zehn dieser Jobs waren nach weniger als einem Monat beendet. Mehr als jeder Zweite übte eine Helfertätigkeit aus. Gut jeder fünfte neue Leiharbeitnehmer war zuvor ein Jahr oder länger ohne Arbeit.