Schuldenkrise: USA fordern Entschlossenheit von Europa
Die Vereinigten Staaten drängen Europa zu entschlossenen Schritten bei der Bewältigung der Schuldenkrise. Zentral sei eine Stützung des europäischen Bankensystems. Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland spricht sich für eine engere Zusammenarbeit aus und fordert die Abschaffung von Handelsbarrieren und Zolltarifen.
Die Vereinigten Staaten drängen Europa zu entschlossenen Schritten bei der Bewältigung der Schuldenkrise. Zentral sei eine Stützung des europäischen Bankensystems. Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland spricht sich für eine engere Zusammenarbeit aus und fordert die Abschaffung von Handelsbarrieren und Zolltarifen.
Das Thema der Bewältigung der Schuldenkrise werde im Zentrum des Finanzminister-Treffens der sieben größten Industriestaaten (G7) am Freitag in der französischen Hafenstadt Marseille stehen. Dies erklärte ein hochrangiger Vertreter des US-Finanzministeriums am Mittwoch vor Journalisten in Washington.
Vor allem gelte es eine Ausweitung der Probleme durch Ansteckungseffekte zu verhindern. "Es ist extrem wichtig sicherzustellen, dass Länder, die einem sinkenden Vertrauen an den Märkten ausgesetzt sind, Zusagen haben, dass sie weiter Zugang zu Finanzierungen zu tragfähigen Kosten haben", sagte der Regierungsvertreter.
Als zentral bezeichnete er eine Stützung des Bankensystems in Europa. Dieses müsse Zugang zu Liquidität haben. Wo es Kapitallücken gebe, müssten diese geschlossen werden. Eine gemeinsame Erklärung der G7-Minister nach dem Treffen wird nicht erwartet. Doch die Staaten werden wohl deutlich machen, dass sie zu einer Kräftigung der zerbrechlichen weltweiten Konjunkturerholung bereit seien, wie aus G7-Kreisen verlautete.
Vertrauen, Zinsen, Investitionstätigkeiten, Konsumverhalten
Die Krise der öffentlichen Haushalte und der Finanzmärkte wirke derzeit wachstumshemmend auf die Wirtschaften in Europa und in den USA, heißt es in einer Pressemitteilung der Amerikanische Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) vom Donnerstag. "Der daraus resultierende Einfluss auf Vertrauen, Zinsen und damit auf die Investitionstätigkeiten sowie das Konsumverhalten bleibt ein Risikofaktor für die Wirtschaft. Die USA und Europa stehen vor neuen Herausforderungen, die sie gemeinsam meistern können."
Durch eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA könnten in der aktuellen Haushalts- und Finanzkrise notwendige Wachstumsimpulse gegeben werden. "Der Abbau von Handelsbarrieren und Zolltarifen kann die bilateralen Beziehungen stärken und neue Exportpotentiale erschließen. Die Abschaffung von Zolltarifen in den USA und der EU auf eingeführte Waren hätte erhebliche wirtschaftliche und handelspolitische Vorteile", heißt es in der AmCham-Mitteilung weiter.
dto mit EURACTIV/rtr
Links
Dokumente
AmCham: USA und Europa können durch noch engere Zusammenarbeit aktuelle Haushalts- und Finanzkrise bewältigen (8. September 2011)
Mehr zum Thema auf EURACTIV.de
Deutschland bleibt wichtigster Investitionsstandort für US-Unternehmen (10. Mai 2011)
Schuldenkrise setzt USA unter Druck (19. April 2011)
Obama: EU-USA-Gipfel "nicht so aufregend" (22. November 2010)
EU-USA-Gipfel: "Europa wird nicht merklich an Bedeutung verlieren" (19. November 2010)
US-Firmen loben Investitionsstandort Deutschland (20. April 2010)