Schlechte Stimmung in der Euro-Zone
In der Euro-Zone herrscht schlechte Stimmung: Der Stimmungsindikator ESI ist im August den sechsten Monat in Folge gefallen. Das Barometer für das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone BCI fiel ebenfalls. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) warnt vor der wachsenden Gefahr einer Rezession in Europa.
In der Euro-Zone herrscht schlechte Stimmung: Der Stimmungsindikator ESI ist im August den sechsten Monat in Folge gefallen. Das Barometer für das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone BCI fiel ebenfalls. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) warnt vor der wachsenden Gefahr einer Rezession in Europa.
"Die Abwärtsrisiken sind erheblich", sagte S&P-Europa-Chefvolkswirt Jean-Michel Six am Dienstag. "Wir werden in den kommenden Monaten besonders die Entwicklung der Konsumnachfrage genau verfolgen." Die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Ländern und die Kurseinbrüche an den Aktienmärkten könnten die Kauflaune der Verbraucher dämpfen.
Brüssel musste heute erneut schwache Konjunkturdaten vermelden. Das Barometer für das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone sank im August von 103 auf 98,3 Punkte. Es ist bereits der sechste Monat in Folge, dass dieser Business Climate Indicator (BCI) fällt, heißt es in einer Pressemitteilung der EU-Kommission.
Auch der Economic Sentiment Indicator (ESI), der die Wirtschaftsstimmung in der EU und in der Euro-Zone misst, zeigt nach unten. Schlechte Stimmung herrscht im Dienstleistungssektor, beim Einzelhandel und bei den Konsumenten. Lediglich der Bausektor blickt optimistischer in die Zukunft als noch vor einem Monat, heißt es in einer weiteren Pressemitteilung der EU-Kommission.
Ausblick auf schwaches Wachstum
Die Daten der EU-Kommission deuten auf eine schwache zweite Jahreshälfte hin. Das Bruttoinlandsprodukt in den Euro-Ländern war bereits von April bis Juni nur noch um 0,2 Prozent gewachsen, nachdem es zu Jahresbeginn noch 0,8 Prozent waren. S&P senkte deshalb seine Wachstumsprognose für die Euro-Zone in diesem Jahr von 1,9 auf 1,7 Prozent und für 2012 von 1,8 auf 1,5 Prozent. Morgan Stanley erwartet für kommendes Jahr sogar nur ein schwaches Wachstum von einem halben Prozent.
Auch für die beiden größten Volkswirtschaften der Euro-Zone senkte S&P seine Prognosen für das kommende Jahr. Für Deutschland wurde sie von 2,5 auf 2,0 Prozent zurückgenommen, für Frankreich von 1,9 auf 1,7 Prozent.
EURACTIV/rtr/mka
Links
EU-Kommission: August 2011: Business Climate Indicator down further in the euro area (30. August 2011)
EU-Kommission: Business Climate Indicator down further in the euro area (30. August 2011)
EU-Kommission: August 2011: Economic sentiment down further in both the EU and the euro area (30. August 2011, Pressemitteilung)
EU-Kommission: Economic sentiment down further in both the EU and the euro area (30. August 2011)