Sauberes Auto sucht umweltbewussten (reichen) Fahrer [DE]
Gesetze, die Fahrzeughersteller zwingen, umweltfreundlichere Fahrzeuge herzustellen, bringen keinen Vorteil, solange keine Maßnahmen eingeleitet werden, um die Verbraucher davon zu überzeugen, diese zu kaufen. Zu diesem einstimmigen Ergebnis kamen Experten bei einer Debatte über die Strategie der Kommission für Fahrzeugemissionen.
Gesetze, die Fahrzeughersteller zwingen, umweltfreundlichere Fahrzeuge herzustellen, bringen keinen Vorteil, solange keine Maßnahmen eingeleitet werden, um die Verbraucher davon zu überzeugen, diese zu kaufen. Zu diesem einstimmigen Ergebnis kamen Experten bei einer Debatte über die Strategie der Kommission für Fahrzeugemissionen.
Bei einer Debatte vom Brüsseler Think-Tank Friends of Europe am 18. April 2007 diskutierten Vertreter der europäischen Institutionen, der Automobilindustrie, von Verbrauchergruppen und grünen NGOs, wie die Strategie der Kommission, den Einfluss von Fahrzeugen auf die Umwelt zu reduzieren, auf möglichst kosteneffiziente und verbraucherfreundliche Weise umgesetzt werden könnte.
Die Senkung von Fahrzeugemissionen, sowie der Abhängigkeit Europas von importiertem Öl und geringere Kraftstoffpreise sind allgemein akzeptierte Ziele. Umstritten ist daher eher, inwieweit die Technologie alleine diese Ziele umsetzen kann.
Die Automobilindustrie ist der Auffassung, dass die Kosten für eine Senkung der Emissionen auf 120 g/km untragbar sind, dass viele Unternehmen vom Markt gedrängt würden und die Auswahl der Verbraucher eingeschränkt würde, wenn größere und leistungsfähigere Autos diese Ansprüchen nicht erfüllen könnten.
Außerdem weisen die Autohersteller ausdrücklich darauf hin, dass es zu Wettbewerbsverzerrungen kommen würde, wenn die Regulierungsmaßnahmen auf der Herstellerseite nicht durch Ansätze zur Anleitung der Verbraucher auf der anderen Seite ergänzt würden. Automobilhersteller würden gezwungen, Fahrzeuge herzustellen, die zwar den Umweltstandards, aber nicht den Verbraucherwünschen entsprächen.
Es herrscht allgemeine Einigung darüber, dass Maßnahmen wie bessere Kennzeichnung und Reklame sowie marktbasierte Maßnahmen wie Steueranreize unverzichtbar sind, um die Verbraucher in die Debatte einzubeziehen.
Die Anwendbarkeit eines harmonisierten Steuersystems auf Grundlage von CO2-Emissionen – eine Maßnahme, die von der Industrie unterstützt wurde (EURACTIV vom 13. März 2007) – gilt als zweifelhaft.
Stattdessen können andere Ansätze zu einer Lösung beitragen, so wie die Verwendung bestehender Informationstechnologien, einschließlich Navigationssysteme und der Entwicklung eines Systems für den öffentlichen Verkehr in Städten.