Russland unterzeichnet Energievertrag mit China [DE]
Moskau und Peking einigen sich über eine Ausweitung des Pipelinenetzwerkes, um ab 2011 Gas nach China liefern zu können. Diese Entscheidung fällt inmitten des unsicheren Ausgangs der Verhandlungen zwischen der EU und Russland über eine engere Energiekooperation und zunehmendem Wettbewerb.
Moskau und Peking einigen sich über eine Ausweitung des Pipelinenetzwerkes, um ab 2011 Gas nach China liefern zu können. Diese Entscheidung fällt inmitten des unsicheren Ausgangs der Verhandlungen zwischen der EU und Russland über eine engere Energiekooperation und zunehmendem Wettbewerb.
Russlands Präsident Vladimir Putin beendete seinen zweitätigen Pekingbesuch mit der Unterzeichnung von 29 Energievereinbarungen und dem Versprechen innerhalb der kommenden zehn Jahre Chinas größter Energielieferant zu werden.
Kernstück war die Unterzeichnung des Memorandums zwischen der China National Petroleum Corporation (CNPC) und Gazprom, wonach sich die beiden Unternehmen verpflichten zwei Pipelines zu bauen, welche die sibirischen Gasfelder mit China verbinden sollen. Nach Informationen aus russischen Regierungskreisen, zitiert von RIA Novosti, könnten die beiden Pipelines bereits 2011 einsatzfähig sein.
Da Russland immer noch zögert eine Öl-Pipeline nach Japan zu bauen, konnte mit China keine Vereinbarung über Öl geschlossen werden, was Enttäuschung auf chinesischer Seite hervorrief.
Gleichzeitig haben die chinesisch-russischen Gasvereinbarungen unter europäischen Beobachtern die Besorgnis ausgelöst, dass Russland versuchen könnte die wichtigsten Industrienationen gegeneinander auszuspielen. Claude Mandil, Geschäftsführer der Internationalen Energiebehörde, schrieb heute in der Financial Times, dass Moskau nicht in der Lage sei seinen Verpflichtungen gegenüber den europäischen Verbrauchern nach zu kommen, wenn es seine Investitionen nicht für den Ausbau der russischen Infrastruktur verwende. Stattdessen, warnte Mandil, scheint Gazprom in den Kauf anderer Unternehmen in großen Verbraucherstaaten zu investieren.
Am 23. und 24. März treffen sich die Regierungschefs der EU, um über eine engere Energiekooperation mit Russland und anderen Lieferanten, zu entscheiden. Bisher haben sich die EU-Mitgliedstaaten bezüglich der Abgabe weiterer nationaler Kompetenzen eher zurückhaltend ausgedrückt, insbesondere bei der Wahl ihres Energiemixes (s. EURACTIV, 15. März 2006).