Russischer Putschversuch löst Krisenreaktion in Wien aus

Der Putschversuch im Kreml am Samstag löste in Wien eine Notsituation aus. Am Sonntag trafen sich Spitzenpolitiker zu einem Krisentreffen, um die Folgen für Österreich und Wien zu besprechen.

Euractiv.de
Daily life in Moscow following Wagner group’s retreat from Russia
Russlands "Atomwaffen dürfen nicht in die falschen Hände gelangen", sagte Bundeskanzler Karl Nehammer vor dem Treffen. Als Reaktion auf die Unruhen wird die österreichische Polizei die Sicherheitsvorkehrungen an Orten in Wien, an denen verschiedene mit Russland verbundene Organisationen ansässig sind, erhöhen. [EPA-EFE/MAXIM SHIPENKOV]

Der Putschversuch im Kreml am Samstag löste in Wien eine Notsituation aus. Am Sonntag trafen sich Spitzenpolitiker zu einem Krisentreffen, um die Folgen für Österreich und Wien zu besprechen.

Russlands „Atomwaffen dürfen nicht in die falschen Hände gelangen“, sagte Bundeskanzler Karl Nehammer vor dem Treffen. Als Reaktion auf die Unruhen wird die österreichische Polizei die Sicherheitsvorkehrungen an Orten in Wien, an denen verschiedene mit Russland verbundene Organisationen ansässig sind, erhöhen.

Es gebe zwar noch keine konkrete Bedrohung, aber die Regierung werde nicht zulassen, dass „ein innerrussischer Konflikt auf österreichischem Boden ausgetragen wird“, so Nehammer weiter.

In Anbetracht der nach wie vor engen Beziehungen österreichischer Unternehmen zu Russland, wie etwa der anhaltenden Präsenz der Raiffeisen-Gruppe, warnte die Regierung ihre Bürger vor Reisen in das Land.

„Aufgrund aktueller Ereignisse sollten die genannten Verwaltungsgebiete und insbesondere die Stadt Rostow sowie Umland gemieden werden“, warnte das Außenministerium. Die Bürger wollten jedoch nicht in Scharen evakuiert werden. Es gebe laut Nehammer bisher „keine beunruhigende Steigerung der Anfragen an die österreichische Botschaft in Moskau.“

Noch in dieser Woche soll ein Treffen zum Thema nationale Sicherheit stattfinden, an dem auch die Oppositionsparteien teilnehmen werden, wie vom neuen SPÖ-Chef Andreas Babler erstmals gefordert.

„Die aktuelle Situation in Russland ist unübersichtlich und brandgefährlich, die potentiellen Auswirkungen auf die Sicherheit Österreichs und Europas unabsehbar“, schrieb er auf Twitter.