Russische Diaspora in Serbien protestiert gegen Mobilmachung

Russische Exilanten haben am späten Samstagabend (24. September) in der Belgrader Innenstadt gegen die Mobilisierung in Russland protestiert, teilte die informelle Bürgervereinigung "Russ:innen, Ukrainer:innen, Belaruss:innen und Serb:innen gemeinsam gegen den Krieg" mit.

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Protest in Belgrade against Russia’s military operation in Ukraine
Laut N1 TV meinten die Demonstrant:innen in Belgrad, dass die Menschen zunehmend Angst hätten, weil das Ende der Aggression noch immer nicht in Sicht sei, und dass sie die Abschiedsbotschaft "Frieden für die Ukraine, Freiheit für Russland" sendeten. [EPA-EFE/ANDREJ CUKIC]

Die russische Diaspora hat am späten Samstagabend (24. September) in der Belgrader Innenstadt gegen die Mobilisierung in Russland protestiert, teilte die informelle Bürgervereinigung „Russ:innen, Ukrainer:innen, Belaruss:innen und Serb:innen gemeinsam gegen den Krieg“ mit.

Der Verein berichtete auf seiner Facebook-Seite, dass in ganz Russland und auf der ganzen Welt Proteste stattfinden, zu denen die russische Bewegung Vesna (Frühling) aufgerufen hatte.

Laut N1 TV meinten die Demonstrant:innen in Belgrad, dass die Menschen zunehmend Angst hätten, weil das Ende der Aggression noch immer nicht in Sicht sei, und dass sie die Abschiedsbotschaft „Frieden für die Ukraine, Freiheit für Russland“ sendeten.

Die Demonstrant:innen riefen „Nein zum Krieg“ und trugen Schilder mit der Aufschrift „Putin ist kein Bruder – Putin bedeutet Krieg“, „Niemand greift Russland an, warum mobilisieren“, „Nein zum Kriegswahnsinn“ und zeigten die weiß-blau-weißen Fahnen, die die Anti-Kriegs-Proteste in Russland kennzeichnen.

Die Teilnehmer:innen erklärten, die Demonstrationen in Belgrad würden fortgesetzt, um eine klare Botschaft zu senden, dass der Krieg so bald wie möglich beendet werden müsse.

Immer mehr Russen suchen Zuflucht in Serbien

Laut Premierministerin Ana Brnabic sind seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar über 12.000 russische Bürger:innen nach Serbien ausgewandert. Davon haben etwa 6.500 eine Arbeitserlaubnis erhalten und sind in Serbien als Arbeitnehmer registriert.

In einem Beitrag für Pink TV fügte die Premierministerin hinzu, dass 3.500 der Neuankömmlinge aus Russland eine Aufenthaltsgenehmigung für Familienangehörige erhalten hätten, während 1.800 Personen eine Arbeitserlaubnis beantragt hätten.

Brnabic erklärte weiter, dass „die Türen Serbiens offen bleiben“ für alle anderen russischen Bürger:innen, die ihr Land im Zuge des Krieges in der Ukraine verlassen wollen.