Rund 100.000 Russen nach Serbien ausgewandert

Seit Kriegsausbruch in der Ukraine sind fast 18.000 Ukrainer:innen nach Serbien geflohen, und mehr als 100.000 Russ:innen haben sich dort angemeldet, berichtete das staatliche serbische Fernsehen RTS am 16. November.

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Start of the new school year for elementary school children
Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders haben sich 600 Student:innen aus Russland und der Ukraine in serbischen Schulen eingeschrieben. Die Russ:innen und Ukrainer:innen haben nicht nur die demografische Struktur Serbiens verändert, sondern auch den Arbeits- und Immobilienmarkt. [EPA-EFE/ANDREJ CUKIC]

Seit Kriegsausbruch in der Ukraine sind mehr als 100.000 Russ:innen nach Serbien ausgewandert. Zudem sind rund 18.000 Ukrainer:innen in den Westbalkanstaat geflohen. 

Die Russ:innen und Ukrainer:innen haben nicht nur die demografische Struktur Serbiens verändert, sondern auch den Arbeits- und Immobilienmarkt.

Die Mietpreise in Belgrad sind in den letzten zwei Monaten fast um das Dreifache gestiegen, und wie Russ:innen gegenüber Beta erklärten, sei es unmöglich, eine Wohnung in der Belgrader Innenstadt für weniger als 1.000 EUR zu finden.

Die russischen und ukrainischen Kinder können regelmäßig die Schule besuchen, aber die beiden Gruppen genießen im serbischen Bildungssystem unterschiedliche Status. Die ukrainischen Schüler:innen gelten als Flüchtlinge und die Russ:innen als Ausländer.

Das Bildungsministerium erklärte gegenüber RTS, dass Lehrer:innen aus anderen Staaten nicht in das Bildungssystem aufgenommen wurden, auch nicht die aus Russland und der Ukraine, da dies – wie das Ministerium es ausdrückte – nicht Teil der nationalen Bildungspraktiken sei.

„Das Bildungsministerium ist sich der Herausforderungen bewusst, mit denen die Pädagogen konfrontiert sind, wenn es um Flüchtlinge, Migranten und Ausländer geht, und unterstützt aktiv die Schulen, in denen diese Gruppen unterrichtet werden, indem es die Kapazitäten dieser Schulen stärkt, aber auch die Kompetenz der Pädagogen verbessert“, sagte das Ministerium.