Rumänien uneins über Patriot-Lieferung an die Ukraine

Der rumänische Verteidigungsminister Angel Tîlvăr steht der Lieferung eines Patriot-Raketensystems an die Ukraine skeptisch gegenüber, so Ministerpräsident Marcel Ciolacu. Zuvor zeigte Präsident Klaus Iohannis bei einem Besuch in die USA Gesprächsbereitschaft.

EURACTIV.ro
Das Patriot-System ist das größte Beschaffungsvorhaben der rumänischen Armee. Bukarest hat fast 4 Milliarden Dollar für sieben Systeme ausgegeben. Allerdings sind erst vier der bestellten Systeme an das Land ausgeliefert worden und nur eines ist derzeit einsatzbereit. [Shutterstock/Nadezda Zavitaeva]]

Der rumänische Verteidigungsminister Angel Tîlvăr steht der Lieferung eines Patriot-Raketensystems an die Ukraine skeptisch gegenüber, so Ministerpräsident Marcel Ciolacu. Zuvor zeigte Präsident Klaus Iohannis bei einem Besuch in die USA Gesprächsbereitschaft.

Mit Blick auf den jüngsten Besuch von Präsident Klaus Iohannis in den USA sagte Ciolacu, Tîlvăr habe ernsthafte Vorbehalte gegen die Lieferung eines Patriot-Raketensystems an die Ukraine. 

„In den letzten Wochen gab es eine Diskussion darüber, wer Patriot-Systeme in die Ukraine schicken könnte“, sagte Iohannis nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Washington. 

„Präsident Biden erwähnte dies […] und ich habe gesagt, dass ich für Gespräche offen bin. Ich muss das im Obersten Verteidigungsrat besprechen, um zu sehen, was wir anbieten können und was wir im Gegenzug bekommen, denn es ist inakzeptabel, Rumänien ohne Luftverteidigung zu lassen“, sagte Iohannis. 

Ciolacu sagte, er habe das Thema noch nicht mit Iohannis besprochen, da solche Entscheidungen vom Obersten Verteidigungsrat getroffen würden, dessen Vorsitzender Iohannis sei. 

Aus seiner persönlichen Sicht wäre es für Rumänien „irgendwie besser“, wenn das System in der Ukraine stationiert wäre, sagte Ciolacu. 

Das Abwehrsystem befinde sich in Rumänien, „um unsere Ostflanke zu schützen“, und wenn das System „etwas weiter weg, in der Ukraine, stationiert wäre und trotzdem Schutz böte, wäre das für uns in mancher Hinsicht von Vorteil“, so Ciolacu. 

Der PNL-Vorsitzende Nicolae Ciucă betonte am Montag, dass die Frage nicht politisiert werden dürfe und eine Entscheidung erst nach einer umfassenden Analyse aller relevanten Faktoren“ getroffen werde. 

Das Patriot-System ist das größte Beschaffungsvorhaben der rumänischen Armee. Bukarest hat fast 4 Milliarden Dollar für sieben Systeme ausgegeben. Allerdings sind erst vier der bestellten Systeme an das Land ausgeliefert worden und nur eines ist derzeit einsatzbereit.

[Bearbeitet von Kjeld Neubert]