REACH-Fieber erfasst Brüssel [DE]
Lobbyisten in Brüssel haben in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Eine lang erwartete Folgenabschätzung zur geplanten EU-Chemikaliengesetzgebung, REACH, ist vorgelegt worden, deren Ergebnisse den Entscheidungsträgern nun 'erklärt' werden müssen.
Lobbyisten in Brüssel haben in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Eine lang erwartete Folgenabschätzung zur geplanten EU-Chemikaliengesetzgebung, REACH, ist vorgelegt worden, deren Ergebnisse den Entscheidungsträgern nun ‚erklärt‘ werden müssen.
Vertreter von Unternehmen und NGOs in Brüssel arbeiten derzeit rund um die Uhr, um sich mit den Ergebnissen einer unter der Leitung der Chemikalienindustrie entstandenen Folgenabschätzung zum neuen EU-Chemikalienrecht zu befassen. Verfasst wurde die an politische Entscheidungsträger und Medien gerichtete Studie vom Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG. Alle wollen nun vermeiden, dass das andere Lager die Ergebnisse des lang erwarteten Berichts „schönt“.
Im Berlaymont-Gebäude der EU-Komission herrschte eine fiebrige Atmosphäre, als Vertreter von GD Umwelt und GD Unternehmen sich darum bemühten, eine gemeinsamen Auslegung des Berichts und eine gemeinsame Erklärung an die Kommissare Dimas und Verheugen zu formulieren. Kommissar Dimas, der mit EURACTIV über die neuesten Entwicklungen sprach (Interview folgt), erklärte, dass der KPMG-Bericht die Ergebnisse der Folgenabschätzung der Kommission bestätige. Die wirtschaftlichen Kosten für die Chemikalienindustrie würden geringer ausfallen als erwartet.
Am heutigen Tag (27. April), werden die Unternehmensverbände UNICE und Cefic die Ergebnisse offiziell der Presse vorstellen. Außerdem wird sich die hochrangige Gruppe, die die Arbeit an den Fallstudien beaufsichtigt, treffen.
Eine ausführlichere Berichterstattung von EURACTIV folgt morgen.