REACH: Feststellung von Chemikalien in Neugeborenen sorgt für neuen Zündstoff [DE]

Bereits Neugeborene sind laut einer Studie mit Chemikalien belastet. Angesichts der ungewissen gesundheitlichen Folgen fordern Umweltschützer eine strengere Chemikaliengesetzgebung. Die Industrie warnt vor Panikreaktionen.

chemicals_lady.jpg
chemicals_lady.jpg

Bereits Neugeborene sind laut einer Studie mit Chemikalien belastet. Angesichts der ungewissen gesundheitlichen Folgen fordern Umweltschützer eine strengere Chemikaliengesetzgebung. Die Industrie warnt vor Panikreaktionen.

Die Untersuchung von Blutproben von 42 Müttern und den Nabelschnuren 27 neugeborener Babys hat ergeben, dass jede der entnommenen Proben giftige künstliche Chemikalien enthielt.

Die Ergebnisse wurden am 8. September von Greenpeace und dem WWF als Teil ihrer Kampagne für eine striktere Chemikaliengesetzgebung veröffentlicht. Der Vorschlag zu REACH tritt derzeit im Europäischen Parlament in die entscheidende Abstimmungsphase ein.

Die Nabelschnuren und Blutproben wurden auf acht verschiedene Chemikalien überprüft, unter anderem auf Substanzen, die in Parfüms verwendet werden, in Textilien verwendete bromierte Flammschutzmittel, ein Pflanzenschutzmittel, welches weltweit verboten ist, und Weichmacher (‚Phtalate’), die in Kinderspielzeug verwendet werden. Darüber hinaus wurden die Proben auf perfluorierte Chemikalien geprüft, die für Pfannenbeschichtungen und wasserabweisende Materialien verwendet werden. 

„Das größte Problem [mit diesen Chemikalien] ist, dass wir, aufgrund der Weise, wie die Herstellung, der Vertrieb und die Verwendung von Chemikalien in Europa reguliert ist,  praktisch nichts über ihre potenziell schädlichen Wirkungen wissen,“ stellen WWF und Greenpeace in der Studie fest. Aufgrunddessen fordern sie strengere Kontrollen und eine Verschärfung der REACH-Verordnung. 

„Es ist schockierend, dass Chemikalien in jedem Lebensabschnitt im menschlichen Körper vorkommen, und insbesondere ganz am Anfang, wenn das Kind am anfälligsten ist. Die Regierungen müssen handeln und die Industrie dazu verpflichten, diese giftigen Chemikalien durch sicherere Alternativen zu ersetzen“, so Helen Perivier von Greenpeace International.