Raketeneinschlag in Polen: Deutschland bietet Luftraumüberwachung an

Deutschland hat Polen angeboten, ab Donnerstag (17. November) bei der Überwachung seines Luftraums zu unterstützen, nachdem ein polnisches Dorf nahe der ukrainischen Grenze am Dienstag von einer Rakete getroffen wurde.

Euractiv.de
NATO Tiger Meet 2016 maneuvers
Der Raketeneinschlag forderte zwei Todesopfer und war die erste Explosion auf NATO-Territorium seit dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Februar. [EPA/JAVIER CELOLLADA]

Deutschland hat Polen Unterstützung bei der Überwachung seines Luftraums angeboten, nachdem ein polnisches Dorf nahe der ukrainischen Grenze am Dienstag von einer Rakete getroffen wurde.

Der Raketeneinschlag forderte zwei Todesopfer und war die erste Explosion auf NATO-Territorium seit dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Februar.

„Als unmittelbare Reaktion werden wir deutsche Eurofighter als Verstärkung für die polnische Luftraumüberwachung mit Combat Air Patrols anbieten“, sagte der Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums, Christian Thiels, am Mittwoch gegenüber Reporter:innen.

Wenn Warschau dies wünsche, könne dies bereits am Donnerstag geschehen, fügte er hinzu.

Nach Angaben des Sprechers könnte die Unterstützung durch Eurofighter erfolgen, ohne dass die Flugzeuge auf polnisches Territorium verlegt werden müssten.

„Die Patrouillen können direkt von deutschen Luftwaffenstützpunkten aus durchgeführt werden“, erklärte er und fügte hinzu, dass dieser Ansatz bereits erprobt worden sei.

In der Zwischenzeit sagte Thies auch, dass das Ministerium die Verlängerung der Stationierung eines Patriot-Luftabwehrsystems in der Slowakei prüfe, das Berlin und Den Haag im März dieses Jahres gemeinsam in das Land verlegt hatten.

Nach Angaben des Sprechers hat Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht entschieden, dass das System mindestens bis Ende 2023 in der Slowakei bleiben solle, während das Ministerium ebenfalls prüfe, ob der Einsatz bis 2024 verlängert werden könne.

Derzeit sind sich die meisten Kommentatoren, einschließlich des Weißen Hauses und des polnischen Präsidenten Andrzej Duda, einig, dass der Raketeneinschlag höchstwahrscheinlich kein absichtlicher Angriff Russlands war, sondern eine ukrainische Flugabwehrrakete.