Provokation gegen Martin Schulz im EU-Parlament

Martin Schulz ist gestern von dem britischen Eurospektiker Godfrey Bloom als "undemokratischer Faschist" beschimpft worden. EURACTIV zeigt Videos des Eklats und Blooms Weigerung, sich zu entschuldigen. Es ist bereits die zweite Nazi-Verbalattacke gegen Schulz.

Der britische UKIP-Abgeordnete Godfrey Bloom (l.) beschimpfte den Chef der Sozialdemokraten im EU-Parlament Martin Schulz als „undemokratischen Faschisten“. Foto: EP
Der britische UKIP-Abgeordnete Godfrey Bloom (l.) beschimpfte den Chef der Sozialdemokraten im EU-Parlament Martin Schulz als "undemokratischen Faschisten". Foto: EP

Martin Schulz ist gestern von dem britischen Eurospektiker Godfrey Bloom als „undemokratischer Faschist“ beschimpft worden. EURACTIV zeigt Videos des Eklats und Blooms Weigerung, sich zu entschuldigen. Es ist bereits die zweite Nazi-Verbalattacke gegen Schulz.

Im Juli 2003 hatte Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi vorgeschlagen, Martin Schulz könne für einen Film die Rolle eines KZ-Lagerchefs übernehmen. Gestern nun ein neuer Eklat im Europäischen Parlament. Als Martin Schulz, Chef der Sozialdemokraten im EU-Parlament, über die Rolle Großbritanniens in der Euro-Krise sprach, rief der britische EU-Abgeordnete Godfrey Bloom "Ein Volk, ein Reich, ein Führer" in den Plenarsaal.

Schulz wiederholte die Worte des UKIP-Abgeordneten fürs Protokoll. Viele Abgeordnete protestierten gegen den Nazi-Spruch Blooms. Der Parlamentspräsident Jerzy Buzek forderte Bloom auf, sich zu entschuldigen, doch dieser legte nach und erklärte, Schulz sei ein "undemokratischer Faschist". Bloom verließ den Saal.

Später kehrte er zurück und wurde wieder dazu aufgefordert, sich zu entschuldigen. Bloom erklärte: "Dies ist eine Schande. Ich bin gewählt und wiedergewählt worden, um hier abzustimmen." Er habe weder die Absicht, sich zu entschuldigen noch den Saal zu verlassen: "Sie müssen mich schon hinauseskortieren."

Für seine Ausdrucksweise, die für das EU-Parlament "völlig unangebracht" sei, wurde er nun darum gebeten, den Saal zu verlassen. Als Bloom dieser Bitte nicht nachkam, wurde per Handzeichen darüber abgestimmt, ob er gehen solle. Eine Mehrheit stimmte dafür.

Direkt im Anschluss wurde UKIP-Chef Nigel Farage das Wort erteilt: "Der Grund für die Wut und den Lärm ist, dass wir die Regeln dieses Ortes nicht gleich anwenden." Martin Schulz hätte wiederholt Personen im Parlament beleidigt. Er habe gesagt, dass die Euroskeptiker dem Faschismus die Tür öffnen. Daniel Cohn-Bendit habe sie sogar als "geisteskrank" bezeichnet. Es sei daher nicht fair, dass man nun darum gebeten werde, den Saal zu verlassen. Als die Sitzung unterbrochen wurde, verließ Bloom – von einem Saaldiener begleitet – den Raum.


mka