Protestierende fordern Reform der irischen Abtreibungsgesetze
Protestierende forderten am Wochenende in Dublin eine Liberalisierung der irischen Abtreibungsgesetze und besseren Zugang zu Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen.
Protestierende forderten am Wochenende in Dublin eine Liberalisierung der irischen Abtreibungsgesetze und besseren Zugang zu Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen.
Der Marsch, an dem Berichten britischer Medien zufolge rund tausend Menschen teilnahmen, fand anlässlich des zehnten Jahrestags des Todes der 31-jährigen Savita Halappanavar statt, der schließlich zur Aufhebung des verfassungsmäßigen Abtreibungsverbots in Irland geführt hatte.
Halappanavar war 2012 an einer Sepsis gestorben, nachdem ihr eine Abtreibung mit der Begründung verweigert worden war, dass der Herzschlag des Fötus noch zu erkennen sei, obwohl die Ärzte bestätigt hatten, dass sie eine Fehlgeburt hatte.
Der große öffentliche Aufschrei nach ihrem Tod war eine wichtige Triebfeder für die Bewegung zur Abschaffung des achten Zusatzartikels zur irischen Verfassung, der das Recht auf Leben für Mütter und Föten für gleichwertig erklärte und Abtreibungen in Irland effektiv verbot.
Im Jahr 2018 wurde der achte Verfassungszusatz in einer Volksabstimmung mit einer überwältigenden Mehrheit von 66,4 Prozent der Stimmen abgeschafft.
Nach geltendem Recht können Abtreibungsdienste bis zur 12. Schwangerschaftswoche in Anspruch genommen werden. Danach sind sie nur verfügbar, wenn eine ernsthafte Bedrohung für das Leben oder die Gesundheit der Mutter besteht. Außerdem können sie nur in Anspruch genommen werden, wenn zwei Ärzte zustimmen, dass eine tödliche fötale Anomalie vorliegt.
Die Teilnehmer:innen des Marsches am Samstag forderten jedoch die Abschaffung der 12-Wochen-Grenze sowie die Abschaffung der Vorschrift, dass zwischen der Beantragung eines Schwangerschaftsabbruchs und dem Zeitpunkt, zu dem der Eingriff vorgenommen werden kann, drei Tage vergehen müssen.
Die Redner:innen auf der Veranstaltung wiesen auch darauf hin, dass, nur weil Abtreibungen jetzt legal verfügbar sind, die Dienste nicht unbedingt überall im Land gleich gut zugänglich seien. Daher seien Maßnahmen erforderlich, die verhindern, dass die Menschen weite Strecken zurücklegen müssen, um Kliniken erreichen.
„Es gibt so viel Unerledigtes in Bezug auf die Bereitstellung von Abtreibungsmöglichkeiten“, sagte Orla O’Connor, Direktorin des National Women’s Council of Ireland. „Zu viele Frauen und Schwangere, die eine Abtreibung brauchen, können sie noch immer nicht bekommen.“
„Wir brauchen dringend eine Reform, um die Abtreibung zu entkriminalisieren, die dreitägige Wartezeit und die 12-Wochen-Grenze abzuschaffen und eine Abtreibung auf Antrag bis zur Lebensfähigkeit zu ermöglichen“, sagte sie.
Eine Überprüfung der Abtreibungsgesetze des Landes ist derzeit im Gange und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, wie Taoiseach Micheál Martin den Abgeordneten im Juli mitteilte.