Post-Kyoto Vertrag "möglich, aber schwierig" [DE]
Die August Runde der Klimagespräche in Bonn hat wenig Fortschritte in Hinblick auf kritische Themen wie Finanzierung und mittelfristige Ziele gemacht, dennoch ist ein Deal über ein Klimaabkommen zum Jahresende noch möglich, erzählte Schwedens Klimaverhandler Anders Turesson EURACTIV.
Die August Runde der Klimagespräche in Bonn hat wenig Fortschritte in Hinblick auf kritische Themen wie Finanzierung und mittelfristige Ziele gemacht, dennoch ist ein Deal über ein Klimaabkommen zum Jahresende noch möglich, erzählte Schwedens Klimaverhandler Anders Turesson EURACTIV.
Wenige substantielle Diskussionen fanden zu den schwierigsten Themen statt, aber Neuseelands Verkündung seines mittelfristigen Ziels war ein positiver Schritt, fasste Teresson zusammen. „Ebenfalls wichtig war, dass beraten wurde, wie man Ziele in Verbindlichkeiten umsetzen kann“, fügte er hinzu.
Der Verhandler glaubt immer noch fest daran, dass es möglich sei, einen neuen Vertrag in Kopenhagen zu verabschieden, gab aber zu dass es schwierig sein würde. Eine bedeutsame herausstehende Frage, die bleibt, ist das „grundlegende Thema, wer was tun sollte“ and bis zu welchem Grad sich Entwicklungsländer engagieren sollten, sagte er.
Insbesondere, wie das Engagement armer Länder in einem internationalen Abkommen kodifiziert sein sollte, wird zu Ende gedacht werden müssen, so Turesson. Dazu kommen die Themen der Finanzierung, des Technologietransfers und der Anpassung, welche er als Bereiche identifizierte, wo gemeinsamer Boden noch würde gefunden werden müssen zwischen armen und reichen Ländern.
Schweden spielt eine Schlüsselrolle in den Verhandlungen auf EU-Seite, da es die alle sechs Monate rotierende Präsidentschaft der Gemeinschaft bis Ende des Jahres innehat. Turesson stellte fest, dass sein Land „alle zur Verfügung stehenden Mittel“ benutzen würde, um zu anderen Parteien in den unterschiedlichen internationalen Treffen während des Herbstes durchzudringen.
“Wir werden versuchen sie bestmöglichst zu nutzen, hauptsächlich, um die Ideen und Visionen der EU zu erklären und zu versuchen andere zu überzeugen“, sagte er.
Erste Priorität für Schweden wird es sein, die Position der EU für die Gespräche in Kopenhagen vorzubereiten, sagte Turesson. „Es ist natürlich von äußerster Wichtigkeit, dass die EU in ihrem Handeln zusammenhält, dass wir unsere Positionen haben, dass wir bereit sind unseren eigenen Einsatz zu erhöhen, um uns von dem einstimmigen Gelöbnis von 20 bis 30 Prozent fortzubewegen, falls wir ein gutes Abkommen haben“, argumentierte er.
Um den Schritt zu machen, ihre Emissionsreduktionsziele bis 2020 auf 30 Prozent unterhalb des Niveaus von 1990, erwartet die EU vergleichbare Verpflichtungen von Industrieländern und adäquate Zusicherungen von Entwicklungsländern, wiederholte Turesson.
„Dann müssen wir natürlich diese Konzepte definieren“, sagte er und fügte hinzu, dass die EU bewerten können müsse, was andere Ländern tun werden „um abschätzen zu können, ob ihre Anstrengungen tatsächlich vergleichbar oder adäquat sind“. Am Ende des Tages wird dies eine politische Entscheidung verlangen, sagte er, einen langen Prozess vorausahnend.
Die Schwedische Präsidentschaft hat einen vollen Terminkalender für Oktober, wenn sie hofft, dass die Sitzungen der Finanz- und Umweltminister als auch der EU-Gipfel Aufschluss über die Bereitschaft der EU geben werden einen Beitrag zu leisten, zur Finanzierung des Klimaschutzes und Anpassungsmassnahmen in Entwicklungsländern.
„Ich weiß nicht in welchem Ausmaß die EU Geld auf den Tisch legen wird, und auch nicht wann, um ehrlich zu sein“, sagte er, und fügte hinzu, dass die Vorbereitungen für den G20 Gipfel im September ebenso Resultate erbringen könnten.
Die interne Klimastrategie der EU hängt besonders am Preis für die CO2-Emissionen, welche durch das EU-Emissionshandelschema (EU ETS) geschaffen wurden, stellt Turesson fest. Er fügte hinzu, dass die EU daran glaubt, dass ein OECD-weiter CO2-Markt bis 2015 ein realistisches Ziel ist, da andere Länder ihr eigenes Handelssystem als Teil des internationalen Prozesses zu entwickeln anfangen würden.
„Die ganze Sache hängt davon ab, ob Handelssysteme die nun entwickelt werden, vergleichbar sind miteinander. Dies werden wir sehen“, schloss er.