Portugal will Produktion von nachhaltigen Flugzeugkraftstoffen antreiben
Die portugiesische Regierung treibt die Ausschreibungen für die Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) voran. Mehrere Unternehmen haben bereits ihr Interesse bekundet.
Neue EU-Regel verpflichten seit Januar zur Beimischung nachhaltiger Flugkraftstoffe. Die portugiesische Regierung will die heimische Produktion mit Ausschreibungen voranbringen – auch, um sich eine Position auf der Weltbühne zu sichern.
Lissabon – Die portugiesische Energieministerin Maria da Graça Carvalho erklärte, dass Portugal alle Voraussetzungen mitbringe, um bei der Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) eine führende Rolle zu spielen.
Um die SAFs voranzutreiben benötige es erneuerbare Energien zu einem erschwinglichen Preis, wie es in Portugal der Fall sei. Mehrere Unternehmen, die an der Durchführung von SAF-Produktionsprojekten in Portugal interessiert sind, wurden bereits kontaktiert, teilte die Ministerin mit. Die Regierung erwäge nun eine Einführung spezifischer Ausschreibungen.
Im Oktober hatte das Kabinett bereits neue Regeln verabschiedet, die das Vorhaben stützen könnten. Sie ebnen den Weg für die Übertragung eines Teils der CO2-Steuer – maximal 40 Millionen Euro – für „Dekarbonisierungsmaßnahmen oder -aktivitäten im zivilen Luftfahrtsektor“.
Auf die Frage nach dem Zeitplan für die Ausschreibung, erklärte Graça Carvalho, dass die derzeit im Aufbau befindliche Klimaagentur diese verwalten wird.
„Im Januar oder Anfang Februar sollte die Klimaagentur einsatzbereit sein, und eine der ersten Prioritäten wird die Einleitung dieser Ausschreibung sein“, sagte Carvalho.
Portugal will hoch hinaus
Portugal will im Bezug auf die Produktion nachhaltiger Flugkraftstoffe eine Rolle auf der Weltbühne spielen. Seit diesem Jahr gibt es in der Europäischen Union neue Regeln, die den Flugverkehr grüner machen sollen.
Seit dem 1. Januar sind Lieferanten von Flugzeugkraftstoff beispielsweise dazu verpflichtet, nachhaltige Kraftstoffe zu einem Anteil von zwei Prozent an EU-Flughäfen bereitzustellen. Die SAFs werden den bestehenden Kraftstoffen beigemischt. In den nächsten Jahren wird der Anteil schrittweise erhöht, im Jahr 2050 sollen 70 Prozent erreicht werden.
Fluggesellschaften kündigten bereits an, dass die mangelnde Produktion der SAFs ein Hindernis darstellt. Auch ein höherer Preis für nachhaltige Kraftstoffe, die zum Beispiel aus gebrauchtem Speiseöl hergestellt werden, sei eine Hürde.
Die neuen Vorschriften veranlassten Branchen-Unternehmen zur Einführung von Zuschlägen. Im Fall der größten portugiesischen Fluggesellschaft TAP Air Portugal haben sich diese in Form höherer Flugpreise gezeigt.
[Bearbeitet von Victoria Becker]