Polnischer Präsident lobt Deutschland wegen Stationierung von Patriots

Der polnische Präsident Duda hat sich bei seinem Besuch in Berlin am Montag bei seinem deutschen Amtskollegen Steinmeier für das Angebot bedankt, die Patriot-Raketenabwehrbatterien in Polen zu stationieren - ein Thema, das in den letzten Wochen eine kleine diplomatische Krise verursacht hat.

EURACTIV.pl
Polish President Andrzej Duda visit to Germany
epa10362102 German President Frank-Walter Steinmeier (R) and Polish President Andrzej Duda during (L) a press conference at Bellevue Palace in Berlin, Germany, 12 December 2022. German President Frank-Walter Steinmeier and Polish President Andrzej Duda met for bilateral talks. EPA-EFE/LESZEK SZYMASKI POLAND OUT [EPA-EFE/LESZEK SZYMASKI]

Der polnische Präsident Andrzej Duda hat sich bei seinem Besuch in Berlin am Montag bei seinem deutschen Amtskollegen Frank Walter Steinmeier für das Angebot bedankt, die Patriot-Raketenabwehrbatterien in Polen zu stationieren – ein Thema, das in den letzten Wochen eine kleine diplomatische Krise zwischen den beiden Ländern verursacht hat.

„Deutschland war und ist ein großes europäisches Land – ein NATO-Mitglied und unser Nachbar. Wir sind durch gemeinsame Interessen und Geschichte verbunden. Ich danke dem deutschen Bundespräsidenten für die Entscheidung, die Patriot-Batterien nach Polen zu schicken“, sagte Duda nach dem Treffen mit Steinmeier, wie Gazeta.pl berichtet.

Die Verstärkung der polnischen Luftverteidigungskapazitäten sei von großer Bedeutung für den Aufbau unserer Sicherheit, betonte er und fügte hinzu, dass Experten beider Länder in den kommenden Tagen eine Entscheidung über den genauen Ort der Stationierung des Systems treffen werden.

Die freundlichen Worte Dudas stehen im Gegensatz zu früheren Erklärungen der polnischen Regierung. Der polnische Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak warf seiner deutschen Amtskollegin Christine Lambrecht kürzlich vor, die Vertraulichkeit der Verhandlungen über die Stationierung gebrochen zu haben.

Das Angebot Berlins kam nach der Raketenexplosion in Przewodów nahe der ukrainischen Grenze im vergangenen Monat. Die Vorbereitungen für die Stationierung der neuen Waffen sollen noch in dieser Woche beginnen.

Laut der Bildzeitung hat Lambrecht trotz der Bitte Polens um Geheimhaltung, der Rheinischen Post von dem Angebot für Polen erzählt.

Der angebliche Mangel an Diskretion des deutschen Ministers war nicht das einzige Problem. Polen begrüßte zwar das Angebot, bestand aber darauf, die Patriots lieber in der vom Krieg zerrissenen Ukraine einzusetzen – ein Vorschlag, den die deutsche Seite mit der Begründung ablehnte, dass es unmöglich sei, die Waffen, die Bestandteil des NATO-Luftverteidigungssystems sind, in ein Nicht-NATO-Land zu schicken.

Letztendlich hat Warschau dem deutschen Vorschlag zugestimmt, auch wenn es betonte, dass es nicht ganz zufrieden sei. „Ich habe mit Enttäuschung die Entscheidung zur Kenntnis genommen, die Unterstützung für die Ukraine abzulehnen. (…) Wir setzen die Vorbereitungen für die Stationierung von Raketenwerfern in Polen fort“, twitterte Błaszczak am 6. Dezember.