Polens Präsident bekräftigt Forderung nach deutschen Kriegsreparationen

Polens Präsident Karol Nawrocki hat zum 86. Jahrestag des Zweiten Weltkriegs deutsche Reparationszahlungen erneut eingefordert. Damit greift er eine zentrale Forderung der rechtskonservativen PiS-Partei wieder auf.

EURACTIV.pl
[EPA/Marian Zubrzycki]

Polens Präsident Karol Nawrocki hat zum 86. Jahrestag des Zweiten Weltkriegs deutsche Reparationszahlungen erneut eingefordert. Damit greift er eine zentrale Forderung der rechtskonservativen PiS-Partei wieder auf.

„Wir müssen die Frage der Reparationen vom deutschen Staat klären, die ich als Präsident Polens eindeutig zum Wohle aller einfordere“, sagte Nawrocki und rief dazu auf, die Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk bei ihrem Vorgehen gegenüber Berlin zu unterstützen.

Außenminister Radosław Sikorski erklärte dazu, Polen habe zwar moralisch Anspruch auf Entschädigungen, „der Fall ist jedoch aussichtslos“. Zugleich betonte er, er unterstütze die Initiative des Präsidenten.

Polen hatte 1953 unter sowjetischem Druck offiziell auf Reparationen verzichtet, die PiS argumentiert jedoch seit Langem, diese Entscheidung sei nicht gültig.

Während ihrer achtjährigen Regierungszeit hatte PiS-Abgeordneter Arkadiusz Mularczyk die polnischen Reparationsforderungen auf 1,5 Billionen Euro 6,2 Billionen Złoty (6,2 Billionen Złoty) beziffert.

(jl)