Polen will private Haushalte mit Zuschüssen gegen Preissteigerungen wappnen
Polens private Haushalte werden Zuschüsse erhalten, um die Auswirkungen der Kohleknappheit und der hohen Preise zu überstehen. Dies ist eine der zahlreichen Unterstützungsmaßnahmen, die Klima- und Umweltministerin Anna Moskwa am Dienstag angekündigt hat.
Das Embargo auf russische Kohle, das seit April in Kraft ist, hat zu einer starken Kohleknappheit in Polen beigetragen und die Preise in die Höhe getrieben. Aus Angst vor weiteren Engpässen im Winter haben viele Menschen mehr Kohle als üblich gekauft, was zu dauerhaften Engpässen beim wichtigsten Kohlehändler des Landes, der Polnischen Bergbaugruppe, geführt hat.
Um das Problem zu lösen, kündigte Moskwa an, dass die Regierung „die Förderung erhöhen und den Kohlestrom in die Bestände der Polnischen Bergbaugruppe umleiten wird, damit mehr Kohle an die Haushalte gelangt.“
Es mag seltsam klingen, dass eine Klimaministerin sich mit fossilen Brennstoffen befasst, aber Moskwa sagte: „Für viele Haushalte ist dies eine Frage der Energiesicherheit.“
„Auch wenn sich das Programm zur Energiewende mit all seinen Ermutigungen und Unterstützungen sehr gut entwickelt, nutzen immer noch viele Haushalte in Polen Kohle“, erklärte sie.
Unterdessen hat der stellvertretende Ministerpräsident und Vorsitzende der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jarosław Kaczyński, Kohlesubventionen zur Linderung des Problems der hohen Preise angekündigt.
Die Einzelheiten des Programms sollen bald vorgestellt werden.
Die Subventionen werden sich auf etwa 1.000 Zloty (218 Euro) pro Tonne belaufen, sagte der stellvertretende Finanzminister Piotr Patkowski dem Fernsehsender Polsat News.
Die Spekulation mit den Kohlepreisen könnte jedoch ein Problem darstellen, da Makler:innen die Kohle für etwa 1.000 Zloty einkaufen und sie für das Dreifache an die Haushalte verkaufen, so Interia.
Um den Mangel an russischer Kohle auszugleichen, plant die polnische Regierung, Kohle aus anderen Ländern zu importieren, kündigte Premierminister Mateusz Morawiecki an.
In diesem Jahr hat Polen mit einem Anteil von 48 Prozent Steinkohle und 17 Prozent Braunkohle an seinem Energiemix einen historischen Tiefstand erreicht, berichtet BiznesAlert.