Polen über deutsch-russisches Pipeline-Abkommen verärgert [DE]

Deutschland und Russland haben ein Abkommen zum Bau einer Gaspipeline durch die Ostsee unterzeichnet. Polen beklagt den Verlust von Transitgebühren und befürchtet, dass es Moskau künftig ausgeliefert sein wird.

Deutschland und Russland haben ein Abkommen zum Bau einer Gaspipeline durch die Ostsee unterzeichnet. Polen beklagt den Verlust von Transitgebühren und befürchtet, dass es Moskau künftig ausgeliefert sein wird.

Polen hat Deutschland und Russland wegen des Baus der 1.200 km langen Pipeline, die bis 2010 fertig gestellt werden soll, scharf kritisiert. Doch mit der Unterzeichnung des Abkommens durch den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder und den russischen Präsidenten Putin wurde das Projekt am 8. September endgültig besiegelt.

Nach Ansicht des polnischen Präsidenten Aleksander Kwasniewski sei das Projekt „über die Köpfe der EU-Chefs hinweg“ beschlossen worden. Warschau hatte sich für den Bau einer Pipeline eingesetzt, die durch die baltischen Staaten und Polen verläuft. 

Polens Energieversorgung ist von russischen Gas- und Öllieferungen abhängig. Die polnische Regierung befürchtet daher, dass der Zugang zu neuen Märkten, den die neue Pipeline unter der Ostsee Moskau verschaffen wird, von Russland zu geopolitischen Zwecken ausgenutzt werden könnte.

Schröder erklärte indes in Berlin, „diese Zusammenarbeit ist gegen niemanden gerichtet, sondern dient deutschen Interessen und dient russischen Interessen“. 

In Vilnius sagte der litauische Premier Algirdas Brazauskas, das Pipeline-Projekt sei allein Angelegenheit Russlands und Deutschlands, und Litauen werde sich daher nicht einmischen.