Polen stehen trotz Raketeneinschlag uneingeschränkt hinter der Ukraine

Die polnische Unterstützung für die Ukraine ist nach wie vor groß, und das, obwohl die Explosion in dem polnischen Dorf vergangene Woche wahrscheinlich auf eine ukrainische Luftabwehrrakete zurückzuführen ist, wie eine neue Umfrage ergab.

EURACTIV.pl
A demonstration in front of the Russian embassy in Warsaw
Der Umfrage zufolge glauben nur 19 Prozent der Pol:innen, dass der Vorfall in Przewodowo nahe der ukrainischen Grenze, bei dem wahrscheinlich eine ukrainische Rakete die örtliche Infrastruktur traf, die Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine beeinträchtigen werde. [EPA-EFE/Radek Pietruszka]

Die Unterstützung für die Ukraine ist nach wie vor groß, und das, obwohl die Explosion in einem polnischen Dorf vergangene Woche wohl auf eine ukrainische Luftabwehrrakete zurückzuführen ist, wie eine neue Umfrage ergab.

Der Umfrage zufolge glauben nur 19 Prozent der Pol:innen, dass der Vorfall in Przewodowo nahe der ukrainischen Grenze, bei dem wahrscheinlich eine ukrainische Rakete die örtliche Infrastruktur traf, die Beziehungen zwischen Pol:innen und der Ukraine beeinträchtigen werde.

„Die Reaktion der Regierung [auf den Vorfall] war nüchtern und vernünftig, so dass er unsere Beziehungen zu den Ukrainern, die auch für unsere Freiheit kämpfen, nicht beeinflusst hat. Das polnische Volk ist nach wie vor bereit zu helfen“, sagte Norbert Maliszewski, der Leiter des Zentrums für strategische Analysen der Regierung.

Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass es sich bei der Explosion in Przewodowo nicht um einen absichtlichen Angriff, sondern um einen Unfall handelte, bei dem eine Luftabwehrrakete ihre Flugbahn vermutlich aufgrund eines menschlichen Fehlers änderte.

Die Meinungen über die Art der Hilfe, die der Ukraine angeboten werden sollte, gehen jedoch auseinander.

Unter den Befragten sind 80 Prozent der Pol:innen der Meinung, dass ihr Land humanitäre Hilfe leisten sollte. 68 Prozent fordern, dass die Regierung Flüchtlinge aus einem vom Krieg zerrütteten Land aufnehmen sollte, und 58 Prozent befürworten die Lieferung von leichten Waffen wie Granatwerfern oder Karabinern.

Darüber hinaus wünscht sich jeder dritte Pole, dass Polen schwere Waffen an die Ukraine liefert. Die Umfrage wurde von United Surveys für Dziennik Gazeta Prawna und RMF FM Radio durchgeführt.

Was die finanzielle Unterstützung der Ukraine durch Polen betrifft, so sind weniger Menschen dieser Meinung (27 Prozent), während nur 17 Prozent Zugeständnisse für polnische Freiwillige wünschen, die in der Ukraine kämpfen.

Ein Fünftel der Befragten stimmte zu, dass polnische Bürger:innen, die sich der ukrainischen Fremdenlegion anschließen wollen, die Möglichkeit dazu haben sollten. Allerdings gab kaum jemand an, dass er oder sie einen Einsatz der polnischen Armee in der Ukraine wünsche.

Im Vergleich zu einer ähnlichen Umfrage vom März hat sich die Bereitschaft der Pol:innen, die Ukraine zu unterstützen, nicht wesentlich abgeschwächt, auch wenn der Anteil der positiven Antworten in jeder Kategorie gesunken ist.

„Das sind überraschend gute Ergebnisse“, so Maciej Duszczyk vom Zentrum für Migrationsforschung der Universität Warschau gegenüber der DGP.

„Die Müdigkeit in Bezug auf das Thema Krieg ist eindeutig, aber der Rückgang [der Unterstützung für die Ukraine] ist nicht so dramatisch, wie man nach einem halben Jahr Konflikt und all seinen Folgen erwarten könnte.“