Polen lehnt ukrainische Hilfe bei Untersuchung der Raketenexplosion ab
Trotz gegenteiliger Ankündigungen wird die Ukraine nun doch nicht an der Aufklärung des Raketeneinschlags im polnischen Przewodów teilnehmen, da die polnische Staatsanwaltschaft eine solche Beteiligung ausgeschlossen hat.
Trotz gegenteiliger Ankündigungen wird die Ukraine nun doch nicht an der Aufklärung des Raketeneinschlags im polnischen Przewodów teilnehmen, da die polnische Staatsanwaltschaft eine solche Beteiligung ausgeschlossen hat.
Polnische Politiker:innen hatten zuvor erklärt, sie seien bereit, Ukrainer:innen zu den Ermittlungen einzuladen, und auch von der Seite Kiews gab es Interesse daran, eine Expertengruppe zu entsenden. Die Staatsanwaltschaft erklärte nun jedoch, dass eine solche Vorgehensweise ausgeschlossen sei, berichtete die Tageszeitung Rzeczpospolita.
„Es würde gegen Verfahrensrecht verstoßen, ganz zu schweigen vom Interesse der Untersuchung, in der alle möglichen Versionen untersucht werden, einschließlich der, dass es sich um eine ukrainische Flugabwehrrakete handeln könnte“, hieß es.
Zuvor war die Nachricht über die Ankunft ukrainischer Expert:innen im Dorf Przewodów am Freitagnachmittag in allen Medien verbreitet worden, und es wurde bestätigt, dass die Arbeiten begonnen hätten. Es wurden jedoch keine verfahrenstechnischen Maßnahmen durchgeführt, da dies gegen polnisches Recht verstoßen würde.
Jakub Kumoch, Leiter des Büros für internationale Politik im Amtssitz des polnischen Präsidenten, berichtete in einem Interview mit TVN24, dass eine polnisch-amerikanische Ermittlungsgruppe in Przewodów tätig sei und Ukrainer:innen darum gebeten hätten, einbezogen zu werden.
„Wenn beide Seiten einverstanden sind, und soweit ich weiß, gibt es von amerikanischer Seite keine Einwände, kann ein solcher Zugang in naher Zukunft gewährt werden“, sagte er.
Bei der Raketenexplosion in Przewodów nahe der ukrainischen Grenze waren am vergangenen Dienstag (15. November) zwei Menschen getötet worden. Die Ermittler:innen schlossen die Möglichkeit eines vorsätzlichen Angriffs aus und erklärten, der Vorfall sei höchstwahrscheinlich durch eine ukrainische Luftabwehrrakete aufgrund eines menschlichen Fehlers oder eines technischen Defekts verursacht worden.