Pat Cox: Wie brauchen ein "Wettrennen zur Spitze" [DE]
Das wahre Dilemma der EU besteht nach Ansicht von Pat Cox, neuer Präsident der Europäische Bewegung International, in der Legitimitätskrise der politischen Klasse auf nationaler Ebene. EURACTIV hat mit ihm gesprochen.
Das wahre Dilemma der EU besteht nach Ansicht von Pat Cox, neuer Präsident der Europäische Bewegung International, in der Legitimitätskrise der politischen Klasse auf nationaler Ebene. EURACTIV hat mit ihm gesprochen.
Der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments Pat Cox spricht in dem Interview über die Notwendigkeit von „Werten in Aktion“. Hinsichtlich seiner Pläne für die Europäische Bewegung International erläutert er, dass sie sich nicht auf Seminare beschränken dürfe. Geplant sei eine größere Kampagne der Europäischen Bewegung und ihrer Mitgliedsorganisationen, die in den kommenden zwölf Monaten anlaufen solle.
Unter Verweis auf gewisse Länder, allen voran Frankreich, sagt Cox, dass die Mitgliedstaaten erst einige ihrer Probleme lösen müssten, bevor man sich wieder Hoffnungen auf Fortschritte beim EU-Verfassungsvertrag machen könne: „Das Dilemma der Europäischen Union besteht darin, dass es eine schwere Krise gibt, die mit der Legitimität der Politik und der politischen Klasse in einigen der Mitgliedstaaten und dem Ausbleiben der Modernisierung and Anpassung ihrer Gesellschaften und Wirtschaften an die Herausforderungen der modernen Realitäten zu tun hat“.
Hinsichtlich der Globalisierung und des Erfolgs der irischen Wirtschaft ist Pat Cox der Ansicht, dass die größte Aufgabe darin bestehe, sich der Globalisierung anzupassen: „Die einzige ernst zu nehmende Aufgabe für eine Wirtschaft, die so fortgeschritten ist wie die irische, besteht darin in Führung zu bleiben. Der Dreh- und Angelpunkt der Debatte muss das ‚Wettrennen zur Spitze‘ sein“.
Pat Cox warnt davor, der Angst vor einem „Wettrennen in den Abgrund“ nachzugeben. Diese Denkweise beinhalte oft Elemente wie „Neoprotektionismus“ und „Neonationalismus“ und habe auf dem europäischen Kontinent die Dynamik zu vieler Wirtschaften abgewürgt. In diesem Zusammenhang erwähnt er vor allem die Debatte über die Freizügigkeit der Arbeitskräfte aus den neuen Mitgliedstaaten.
Die EU brauche eine Führerschaft, die es mit Europa ernst meine anstatt nationale Interessen in den Vordergrund zu stellen. Vor der deutschen Ratspräsidentschaft in der ersten Hälfte 2007 und der französischen Präsidentenwahl im Mai 2007 erwarte er allerdings keine neuen Impulse.
Der Volltext des Interviews ist
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verfügbar.