Parlament will begrenzte Sprachresourcen maximieren
Ein EP-Ausschuss hat eine Empfehlung angenommen, welche ein kosteffektives Europa nach der Erweiterung gewährleisten will. Währenddessen hat die Kommission die Sprachen der zehn neuen Mitgliedsstaaten auf ihrer Europawebseite integriert.
Ein EP-Ausschuss hat eine Empfehlung angenommen, welche ein kosteffektives Europa nach der Erweiterung gewährleisten will. Währenddessen hat die Kommission die Sprachen der zehn neuen Mitgliedsstaaten auf ihrer Europawebseite integriert.
Ein Bericht über Übergangsvereinbarungen, die erforderlich sind, um den Status von Mehrsprachigkeit im Europäischen Parlament zu sichern, ist vom Ausschuss für konstitutionelle Fragen gebilligt worden. Der Bericht wurde vom Büro des Parlaments in Auftrag gegeben aufgrund der „materiellen Unmöglichkeit“, der sich die europäischen Institutionen bei der vollständigen Umsetzung des allgemeinen Prinzips vollständiger Mehrsprachigkeit gegebenüber sehen. Zu den Umständen, die der vollständigen Mehrsprachigkeit im Wege stehen gehören ein bescheidener Haushalt, der Mangel an Dolmetschern (insbesondere Maltesen und Letten) sowie an ausreichender Ausstattung (z.B. Übersetzungskabinen).
Eine der größten Sorgen ist, dass es nach der Erweiterung aufgrund des Mangels an – insbesondere maltesischen und lettischen – Dolmetschern kein vollständiges mehrsprachiges Angebot in den Plenarsitzungen geben könnte.
Der Dell’Alba-Bericht schlägt eine Reihe mehrsprachiger Übergangsvereinbarungen vor, die in Wirklichkeit bereits gemäß eines Verhaltenskodexes durchgeführt werden. Er hält fest, dass das Prinzip vollständiger Mehrsprachigkeit in Plenarsitzungen nicht angezweifelt werden kann, dass aber „ein differenzierte und funktionelle Herangehensweise“ auf andere Parlamentsgremien angewendet werden solle.
Der Bericht schlägt ein strengeres System der Bestimmung des „linguistischen Profils“ [ d.h. welche Sprachen Teilnehmer sprechen und verstehen] bestimmter parlamentarischer Gremien vor, so dass Übersetzung nur bei den Sitzungen angeboten wird, bei denen dies erforderlich ist. Dies soll die bestmögliche Nutzung der verfügbaren linguistischen Resourcen gewährleisten. In der Vergangenheit ist es vorkgekommen, dass Übersetzung auch dann zur Verfügung stand, wenn dies nicht nötig war. Um dies zu vermeiden, zielt der Vorschlag darauf ab, dass im Voraus Teilnahmebestätigungen der Teilnehmer eingeholt werden sowie ihr Bedarf an Übersetzung.
Andere Vorschläge, die zu möglichen Einsparungen führen könnten:
- Keine systematische Übersetzung aller Dokumente – d.h. die Festlegung von Prioritäten;
- Das Übersetzungsangebot bei allen parlamentarischen Sitzungen außerhalb Straßburgs, Brüssels oder Luxemburgs wird von Fall zu Fall beurteilt, angesichts der potentiell hohen zusätzlichen Kosten und der Notwendigkeit der Zufügung von nicht-EU-Sprachen.
Dell’Alba, ein unabhängiger MdEP, schließt den Bericht mit dem Wunsch, die Idee der Förderung einer neutralen ‚Mittlersprache‘ wie Esperanto möge nochmals erwägt werden. Im Bericht heisst es, solch eine Sprache könne transkulturelle Kommunikation fördern, indem sie eine Alternative zur Gefahr der wachsenden Vorherrschaft gewisser Sprachen darstellen könne. Die ‚gewissen Sprachen‘ könnten sehr wohl ein Hinweis auf den globalen Einfluss der englischen Sprache sein.
Inzwischen hat die Kommission den Start einer zwanzig-sprachigen Version der Webseite EUROPA angekündigt, die gewährleisten soll, dass Bürger aus den Beitrittsländern Zugang zu grundlegenden Informationen über die Ziele der EU, ihre Geschichte, Aktivitäten und Institutionen haben. Der Start am 16. März war so gelegt worden, dass er mit dem Start einer neuen Internet-Seite, die die zehn für die Kommission nominierten Kandidaten der neuen Mitgliedstaaten vorstellt, zeitlich zusammengefallen war.