Parlament geteilter Meinung über Sprachunterricht [DE]

Das Europäische Parlament hat gestern (24. März 2009) beschlossen, dass mehr getan werden muss, um Europäer davon zu überzeugen, mehr Sprachen zu lernen. Allerdings war die EU-Versammlung sich uneins über die Art und Weise, wie weit man gehen sollte das Lehren von Minderheitssprachen zu fördern.

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Das Europäische Parlament hat gestern (24. März 2009) beschlossen, dass mehr getan werden muss, um Europäer davon zu überzeugen, mehr Sprachen zu lernen. Allerdings war die EU-Versammlung sich uneins über die Art und Weise, wie weit man gehen sollte das Lehren von Minderheitssprachen zu fördern.

Die Parlamentarier des Europäischen Parlaments haben statt einem einen Bericht, der vom portugiesischen mitte-rechts Europaabgeordneten Vasco Graça Moura (EVP) vorbereitert wurde, einer alternativen Resolution, die von den spanischen Sozialisten (PSOE) und spanischen Regionalparteien CiU, PNV, EA und ICV unterstützt wurde, zugestimmt.

Die Abstimmung zeigt die Antwort der Versammlung der EU im Bezug auf mehrsprachige Kommunikation, die letzten Herbst von der Kommission verabschiedet wurde (EURACTIV vom 15. September 2008).

Regionale Sprachen schützen

In der neuen Resolution haben die Europaabgeordneten sich dafür entschieden, die Hinweise auf das Recht der Eltern die offizielle Sprache ihrer Kinder zu bestimmen in der ihre Kinder unterrichtet werden, entfernt.

In Ländern, wie Spanien wo verschiedene Amtsprachen mit einender koexistieren, ist sei es von entscheidender Bedeutung, dass die volle Bandbreite der Sprachen geschützt werde, so einige Europaabgeordnete. Dem Vorschlag stimmten vor allem Mitglieder der Sozialisten, der Grünen, der Liberalen und anderer linksgerichteter Gruppen zu. 

Die Mitglieder hatten befürchtet, dass der Vorschlag im ursprünglichen Bericht den Eltern das Recht geben würde die Amstsprache zu wählen in der ihr Kind unterrichtet werden solle. Dies würde die Machbarkeit von regionalen Verwaltungen untergraben, indem sie Unterricht in Sprachen wie zum Beispiel katalanisch anbieten müssten.

Für ihren Teil votierten die Mitglieder der EVP gegen die Resolution, da sie nicht daran interessiert waren, den Unterricht in den Amtssprachen zu erschweren. Spaniens Partido Popular bezeichnete das Entfernen des Bezuges auf die Wahl der Eltern, die Sprache des Unterrichts ihrer Kinder zu bestimmen, als einen fundamentalen Eingriff in die Grundrechte, so die spanische Presse.

Der baskische liberale Abgeordnete Josu Ortuondo Larrea (EAJ-Partido Nacionalista Vasco; Spanien) sagte, dass Multilingualismus die Anerkennung der Tatsache sei, dass in einem Staat mehrere Sprachen gesprochen werden. Die EU sollte nicht die Entscheidungen der betroffenen Regionen hinterfragen, entgegen dem, was die EVP vorschlage, so Larrea. 

Währenddessen hat die Plenarsitzung in Straßburg auch eine Warnung zurückgezogen, die vor Fehlern warnte, eine Sprache auf Kosten einer anderen zu fördern. 
Einige Absätze des ursprünglichen Vorschlags, der von der EVP bevorzugt wurde, übte relativ offene Kritik an den sprachlichen Lehrmethoden die in den letzten Jahren praktiziert wurden. Diese wurden nun entfernt, dank eines Kompromisses zwischen ALDE, PES und den Grünen so ein Pressebericht der ALDE-Frakition, der im Widerspruch zu den Konzepten der EVP im Bezug auf regionale Sprachen stand. 

Erlernen zweier Fremdsprachen als politische Priorität

Die Europaabgeordneten boten breite Unterstützung für das Verlangen der EU-Verwaltung an, die es gerne sehen würde, wenn Europäer ihre Muttersprache sowie zwei weitere Sprachen sprechen würden. Eine Sprache zu Geschäftszwecken und eine weitere zu Freizeitzwecken. 
In der Tat sei Förderung, des Erlernens einer Sprache eines Nachbarlandes und einer internationalen ‚lingua franca’, wie zum Beispiel Englisch eine „politische Priorität“, so die Studie.

Die neue Richtline, die den originalen Text aus dem Kulturausschuss vom 17. Februar ersetzen soll wurde mit 335 Ja-Stimmen und 279 Nein-Stimmen angenommen. 69 Abgeordnete enthielten sich.

Die Unterstützung von Minderheitssprachen ist in der Tat eine schwierige Angelegenheit, insbesondere aufgrund der Gefahr, dass dies die Kosten für die Übersetzungsdienste der Union in die Höhe treiben könnte. Der Dienst der EU-Institutionen für Übersetzungen und Dolmetschen schluckt jedes Jahr 1.1 Milliarden Euro, was in etwa 1 Prozent des EU-Budgets entspricht. Eine Zahl, die von dem Kommissar für Mehrsprachigkeit Leonard Orban als „der Preis für die Demokratie“ bezeichnet wird.