Pandas könnten Handelsstreit zwischen China und Finnland auslösen
Zwei von China ausgeliehene Pandas könnten die Handelsbeziehungen zu Finnland beeinträchtigen. Nachdem die Pandemie Hoffnungen auf eine Vermarktung der teuren Tiere als Touristenattraktion zunichtegemacht hat, tut sich Helsinki schwer, Geld für deren Pflege aufzubringen.
Zwei von China ausgeliehene Pandas könnten die Handelsbeziehungen zu Finnland beeinträchtigen. Nachdem die Pandemie Hoffnungen auf eine Vermarktung der teuren Tiere als Touristenattraktion zunichtegemacht hat, tut sich Helsinki schwer, Geld für deren Pflege aufzubringen.
Nach einer Vereinbarung mit China, die während eines Staatsbesuchs von Präsident Xi Jinping im Jahr 2017 unterzeichnet wurde, wurden im darauffolgenden Jahr zwei Pandas an den finnischen Ähtäri Zoo ausgeliehen.
Ursprünglich hoffte man, dass die beiden Pandas, Lumi und Pyry, zu einer großen Touristenattraktion für den Zoo werden würden.
Doch durch die Pandemie hat der Zoo Schulden angehäuft. Die Haltung der Pandas kostet etwa 1,5 Millionen Euro pro Jahr, wobei ein geschätzter, aber nicht öffentlich gemachter Betrag von etwa einer Million Euro als Teil eines „Zuchtdarlehens“ nach China geht.
Da der Pachtvertrag erst in 10 Jahren ausläuft, sahen sich die finnischen Behörden zum Eingreifen gezwungen, und schließlich erreichte die Angelegenheit sogar die Regierungsebene: Landwirtschaftsminister Antti Kurvinen zog am Mittwochabend die für die Pandas geplanten Haushaltsmittel in Höhe von fünf Millionen Euro zurück.
„Eine Arbeitsgruppe wird sich mit der Zukunft der geleasten Pandas befassen, da die Angelegenheit auf die eine oder andere Weise bald geklärt werden muss“, twitterte Kurvinen.
Der Arbeitsgruppe gehören Beamt:innen des Landwirtschafts- und des Finanzministeriums an.
Aktuell ist noch unklar, wer die Rechnung für die weiteren Zahlungen an China bezahlen wird.
Die Behörden prüfen die Gründung einer Stiftung, um die notwendigen Mittel aufzubringen. Für den Fall, dass die Tiere nach China zurückgebracht werden müssen, fürchtet man dagegen „Konsequenzen“ für den Handel mit dem Land.
Die Leihgabe der Pandas war 2017 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums Finnlands erfolgt und wurde damals als „Panda-Diplomatie“ und als Zeichen des guten Willens und der Solidarität zwischen den beiden Ländern bezeichnet.