'Panama Papers': Prozess startet acht Jahre nach Skandalaufdeckung
Im Zusammenhang mit dem Steuerhinterziehungsskandal "Panama Papers" müssen sich am Montag, 8. April, 27 Personen wegen Geldwäsche vor Gericht verantworten. Der Skandal deckte auf, wie viele Reiche der Welt ihr Vermögen in Offshore-Gesellschaften verstecken.
Im Zusammenhang mit dem Steuerhinterziehungsskandal „Panama Papers“ müssen sich am Montag (8. April) 27 Personen wegen Geldwäsche vor Gericht verantworten. Der Skandal deckte auf, dass weltweit eine große Anzahl an wohlhabenden Personen ihr Vermögen in Offshore-Gesellschaften verstecken.
Die Enthüllungen von 2016 erschütterten Regierungen, brachten prominente Persönlichkeiten ins Zwielicht, lösten weltweit zahlreiche Ermittlungen aus und schadeten dem Ruf Panamas als Offshore-Finanzzentrum.
Unter den Angeklagten vor einem panamaischen Strafgericht befinden sich auch Jürgen Mossack und Ramón Fonseca Mora, die Gründer der inzwischen aufgelösten Anwaltskanzlei im Zentrum des Skandals.
Die durchgesickerten 11,5 Millionen Dateien ihrer Firma Mossack Fonseca belasteten einflussreiche Persönlichkeiten, darunter Milliardäre, Politiker und sogar Sportstars.
Der isländische Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson musste zurücktreten, nachdem bekannt wurde, dass seine Familie Offshore-Konten besaß.
Der damalige pakistanische Premierminister Nawaz Sharif wurde auf Lebenszeit seines Amtes enthoben, nachdem die Dokumente ihn belastet hatten.
Zu den weiteren belasteten Personen gehören der ehemalige britische Premierminister und jetzige Außenminister David Cameron, der Fußballstar Lionel Messi, der damalige argentinische Präsident Mauricio Macri und der spanische Regisseur Pedro Almodóvar, um nur einige zu nennen.
Leak: „Panama-Papers“ enthüllen Schwarzgeldnetzwerk von Spitzenpolitikern
Ein Recherche-Netzwerk aus NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hat brisante Daten über die Finanzgeschäfte international bekannter Persönlichkeiten offen gelegt.…
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Die Dokumente gelangten an die Süddeutsche Zeitung, die sie mit dem Internationalen Konsortium investigativer Journalisten teilte.
Viele der in den Skandal verwickelten Personen rechtfertigten ihre Offshore-Präsenz und behaupteten, nicht illegal gehandelt zu haben.
Nichtsdestotrotz erklärte Mossack Fonseca 2018, dass es aufgrund des „irreparablen Schadens“ für seinen Ruf schließen werde.
Seit dem Ausbruch des Skandals hat Panama neue Gesetze verabschiedet, doch das mittelamerikanische Land steht weiterhin auf der schwarzen Liste der Steueroasen der Europäischen Union.
Die Tatsache, dass Teile seiner Gesetze gegen Geldwäsche zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Panama Papers noch nicht existierten, könnte die Bemühungen der Justiz, Verurteilungen zu erwirken, erschweren.
In Panama wird das Verbrechen der Steuerhinterziehung erst seit 2019 bestraft, und dann auch nur für Beträge über 300.000 Dollar pro Jahr.
2023 wurden Mossack und Fonseca in Panama wegen mutmaßlicher Geldwäsche im Korruptionsskandal „Car Wash“ um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht vor Gericht gestellt.
Die Staatsanwaltschaft forderte bis zu 12 Jahre Haft für beide. Das Urteil steht noch aus.
Der letzte Prozess soll laut Justiz bis zum 26. April dauern.
EU-Kommission präsentiert erweiterte „schwarze Liste“ gegen Geldwäsche
Die Europäische Kommission hat unter anderem Saudi-Arabien und Panama in eine erweiterte „schwarze Liste“ bei…
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