Orbán: Flüchtlingspolitik der EU-Kommission ist Schuld am Brexit
Für den ungarischen Premierminister Viktor Orbán ist klar, warum sich die Briten für einen Brexit entschieden haben. Sei seien unzufrieden mit der EU-Politik in der Flüchtlingskrise gewesen, betont er. EURACTIV Brüssel berichtet.
Für den ungarischen Premierminister Viktor Orbán ist klar, warum sich die Briten für einen Brexit entschieden haben. Sie seien unzufrieden mit der EU-Flüchtlingspolitik gewesen, betont er. EURACTIV Brüssel berichtet.
Die Visegrad-Länder Mitteleuropas werden sich bald treffen, um über die Folgen des EU-Austritts Großbritanniens zu diskutieren, bestätigte der ungarische Premierminister heute Morgen im öffentlichen Radio. Die Visegrad-Gruppe setzt sich zusammen aus Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.
Orbán zufolge habe vor allem das Thema Migration eine übergeordnete Rolle in der Brexit-Debatte gespielt. Er sei jedoch zuversichtlich, was die Zukunft der mehreren hunderttausend erwerbstätigen Osteuropäer – darunter auch viele Ungarer – in Großbritannien angehe. Am wahrscheinlichsten sei es, dass das Vereinigte Königreich nun ein Abkommen mit der EU unterzeichne, das solche Angelegenheiten regeln werde.
„Brüssel muss den EU-Bürgern besser zuhören. Das ist das Wichtigste, dass wir aus dieser Abstimmung lernen können“, so der Premierminister. Das Brexit-Votum habe gezeigt, dass die EU angemessen auf Themen wie die Migration reagieren müsse.
„Warum ist Ungarn in der EU? Wir sind EU-Mitglied, weil wir an ein starkes Europa glauben“, fügt er hinzu. „Europa kann jedoch nur stark sein, wenn es Antworten auf wichtige Fragten wie die Immigration findet – Antworten, die es nicht gleichzeitig schwächen. Diese hat die EU nicht liefern können“, erklärt er.